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Flüchtlinge
Krisen-Gipfel vertagt Entscheidung über Transitzonen

Flüchtlinge: Krisen-Gipfel vertagt Entscheidung über Transitzonen
Nach zwei Stunden verließ Sigmar Gabriel das Treffen im Kanzleramt. FOTO: dpa, soe pzi
Berlin. Im Streit um die Flüchtlingspolitik haben die Spitzen der großen Koalition eine Entscheidung zu den umstrittenen Transitzonen vertagt. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat das Treffen bereits verlassen. Jetzt tagen CDU und CSU weiter.

Es gebe "eine Vielzahl von inhaltlichen Gemeinsamkeiten" und einige noch offene Punkte, darunter das Thema Transitzonen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag in Berlin mit. Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und SPD-Chef Sigmar Gabriel wollen sich demnach am Donnerstag erneut treffen.

Das Gespräch am Sonntagvormittag sei "konstruktiv" verlaufen und habe "alle Aspekte der Flüchtlingssituation" beleuchtet, erklärte Seibert. Bis zum nächsten Treffen vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag sollen demnach Fachleute von Bund und Ländern weitere Gespräche zum Thema Transitzonen führen.

Nach dem Treffen zwischen Merkel, Seehofer und Gabriel setzte die Union am Sonntag eigene Gespräche fort. Zu Merkel und Seehofer stießen CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt und CDU-Fraktionschef Volker Kauder ins Kanzleramt dazu. In dieser Zusammensetzung hatte es bereits am Samstagabend ein Gespräch gegeben, das nach Angaben aus Teilnehmerkreisen konstruktiv und lösungsorientiert verlief.

Während die Union die Einrichtung umstrittener Transitzonen an den Landgrenzen fordert, lehnt die SPD diese ab und fordert stattdessen Einreisezentren in den Bundesländern.

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(AFP)