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Flüchtlingsgipfel am Wochenende
Merkel trifft Seehofer und Gabriel zu Krisengespräch

Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab
Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab FOTO: dpa, ua fpt
München/Paris. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande noch am Dienstagnachmittag über die Flüchtlingskrise sprechen wollten, werden die Spitzen der Koalition am Wochenende zu Krisengesprächen zusammen kommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffe sich am Samstag zunächst mit Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), am Sonntag folgten dann gemeinsame Beratungen mit SPD-Chef Sigmar Gabriel, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Über die Grenze zwischen Österreich und Bayern kommen derzeit jeden Tag tausende Flüchtlinge. Seehofer, dessen Bundesland am meisten betroffen ist, verlangt von Österreich, die Flüchtlinge nicht einfach weiterreisen zu lassen. "Dieses Verhalten Österreichs belastet die nachbarschaftlichen Beziehungen", sagte Seehofer. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nannte Österreichs Vorgehen "skandalös".

In der "Passauer Neuen Presse" forderte Seehofer Merkel am Dienstag auf, bis zum 1. November bayerische Forderungen nach einer Begrenzung des Flüchtlingszuzugs umzusetzen; andernfalls behalte Bayern es sich vor, auf eigene Faust zu handeln. Merkel erteilte Seehofers Ultimatum am Dienstag eine Absage. "Wir können den Schalter nicht mit einem Mal umdrehen, sondern müssen Schritt für Schritt vorgehen", sagte die Kanzlerin in Berlin.

Derweil sprechen Merkel und Frankreichs Präsident Hollande am Nachmittag in Paris über die Lage in Syrien und die Flüchtlingskrise. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld Hollandes. Das Gespräch werde um 16.30 Uhr vor dem gemeinsamen Besuch der deutsch-französischen Digitalkonferenz stattfinden, zu der neben Merkel und Hollande auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker im Élyséepalast erwartet wird.

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(felt/AFP/dpa)
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