Verdi-Chef Frank Bsirske ist nicht der erste, der mit seinem Lufthansa-Freiflug in ein Fettnäpfchen getreten ist. Er sieht sich Rücktrittsforderungen ausgesetzt, weil er mit seiner Frau kostenlos erster Klasse mit Lufthansa nach Los Angeles flog, während seine Gewerkschaft die Lufthansa bestreikte.
Heikler wurde eine andere "Flugaffäre" für den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau Anfang 2000. Noch in seiner vorherigen Funktion als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident soll der SPD-Politiker auf Kosten der Westdeutschen Landesbank zu dienstlichen, halbdienstlichen und parteipolitischen Terminen geflogen sein. Anfang 2000 legten ihm Unions-Politiker deshalb sogar den Rückzug vom Präsidentenamt nahe
Im Sommer 2002 rollten in der sogenannten Bonus-Meilen-Affäre ebenfalls politisch Köpfe. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir ...
und der Berliner Wirtschaftssenator Gregor Gysi (damals PDS) gaben ihre Ämter ab, weil sie im Bundestag dienstlich erworbene Bonus-Meilen für Privatflüge verwendet haben sollen.
Etwa zur selben Zeit erwischte es auch den damaligen Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD), dem undurchsichtige Flüge mit der Luftwaffe in sein Urlaubsdomizil nach Mallorca vorgehalten wurden - neben anderen Ungereimtheiten in der Amtsführung. Kurz vor der Bundestagswahl 2002 feuerte ihn sein Kanzler und Parteifreund Gerhard Schröder spektakulär.
Die Grünen kamen ein Jahr später an den Pranger, weil ihre Bundesminister Jürgen Trittin (Umwelt) und Renate Künast (Verbraucherschutz) für eine Dienstreise in Brasilien - wohin sie mit einem Langstreckenflugzeug geflogen waren - zusätzlich eine kleine Challenger-Maschine der Bundeswehr geordert hatten.
Der SPD-Politiker Sigmar Gabriel ließ sich 2007 während der Sommerpause für einen Tag von der Luftwaffe zur Kabinettssitzung nach Berlin einfliegen, was den Steuerzahler angeblich 50.000 Euro und die Atmosphäre 44 Tonnen Kohlendioxid kostete.
Bereits Mitte der 90er Jahre sah sich die einstige Bundesministerin und Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth (CDU) Vorwürfen ausgesetzt, sie habe die Flugbereitschaft der Bundeswehr für Privatflüge zu ihrer Tochter genutzt. Süßmuth bestritt dies, und auch eine Untersuchung verlief im Sande.
1999 ereilten den damaligen Finanzminister Hans Eichel (SPD) ähnliche Vorhaltungen. Dabei ging es um eine Häufung von Flügen mit der Flugbereitschaft von Berlin nach Frankfurt, hatte Eichel in Hessen doch nicht nur ein Parteiamt, sondern auch Familie. Auch dies blieb nach kurzer öffentlicher Wallung jedoch ohne Konsequenz.