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Signal für Europa
Merkel spricht sich vor Wahl in Frankreich für Macron aus

Frankreich vor der Wahl 2017: Merkel spricht sich für Emmanuel Macron aus
Bundeskanzlerin Merkel würde Macrons Sieg freue (Archivbild). FOTO: dpa, AZ IAS fgj
Köln. Kurz vor der Stichwahl zur Präsidentschaft in Frankreich hat sich die Bundeskanzlerin klar für den unabhängigen Emmanuel Macron ausgesprochen. Sein Erfolg wäre ein Signal für gute deutsch-französische Beziehungen.

"Es ist und bleibt natürlich die Entscheidung der französischen Wähler, in die ich mich nicht einmische. Aber dass ich mich freuen würde, wenn Emmanuel Macron gewinnen sollte, weil er für eine konsequent pro-europäische Politik steht, das sage ich auch", sagte Merkel (CDU) dem "Kölner Stadt-Anzeiger" in einem Interview.

"Sein Erfolg wäre ein positives Signal für die politische Mitte, die wir ja auch hier in Deutschland stark halten wollen." Macron sei ein entschiedener Pro-Europäer, und sein sehr pro-europäisch angelegter Wahlkampf sei auch ein Signal in Richtung guter deutsch-französischer Beziehungen.

Macron tritt in der Stichwahl am Sonntag gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Front National an. Le Pen will Frankreich aus der EU führen und den Euro in Frankreich abschaffen. Die Umfragen sehen den parteilosen Macron als klaren Favoriten. Merkel hatte den 39-Jährigen im März in Berlin empfangen; Le Pen übte im Wahlkampf deutliche Kritik an der Kanzlerin.

Doppelpass soll kein Wahlkampfthema werden

In dem gleichen Interview lehnte die Bundeskanzlerin es ab, die doppelte Staatsbürgerschaft zum Wahlkampfthema zu machen. "Eine Wahlkampfkampagne wie 1999 wird der Doppelpass nicht werden", sagte sie. Der CDU-Parteitag im Dezember hatte sich gegen Merkels Willen dafür ausgesprochen, die 2014 eingeführte Doppelpass-Regelung rückgängig zu machen. Diese erleichterte insbesondere den in Deutschland geborenen Kindern türkischer Eltern die doppelte Staatsbürgerschaft.

Seither wird in der CDU darüber gestritten, wie mit dem Thema im Bundestags-Wahlkampf umgegangen werden soll. Zahlreiche Politiker von CDU und CSU wollen das Recht auf einen Doppelpass weitgehend abschaffen. Nach dem türkischen Verfassungsreferendum, bei der eine Mehrheit der in Deutschland lebenden Türken für das umstrittene Präsidialsystem stimmte, hatten Unionspolitiker erneut die geltende Rechtslage infrage gestellt.

(juju/AFP/dpa)
 
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