Debatte um Elterngeld: Frauen-Front für "Vätermonate"
zuletzt aktualisiert: 21.04.2006 - 14:28Berlin (rpo). Die "Vätermonate" beim Elterngeld spalten Parteien und Geschlechter. Es gebe einen "dringend gebotenen Handlungsbedarf für junge Familien", der nicht zerredet werden darf. Das werden die Frauenvereinigungen in CDU und CSU nicht müde zu betonen. Auch führende SPD-Familienpolitikerinnen stellten sich hinter das Konzept der Bundesfamilienministerin.
Nach den Plänen Ursula von der Leyens (CDU) sollen Eltern von Neugeborenen ab 2007 ein Jahr lang 67 Prozent des letzten Nettoerwerbseinkommens desjenigen bekommen, der zu Hause bleibt. Die Höchstgrenze liegt bei 1800 Euro pro Monat. Voll gezahlt werden soll das Elterngeld nur, wenn der Vater des Kindes mindestens zwei Monate zu Hause bleibt. Dagegen gibt es Widerstand insbesondere von einigen CDU-Ministerpräsidenten und aus der CSU.
Die Vorsitzenden der Frauen-Unionsverbände von CDU und CSU, Maria Böhmer und Emilia Müller, kündigten in einer gemeinsamen Erklärung an, für die Vätermonate zu "kämpfen". Damit könnten Familien von Anfang an den Wunsch nach einer partnerschaftlichen Teilung von Familientätigkeit und Erwerbsarbeit verwirklichen.
Böhmer und Müller warfen den Kritikern der Vätermonate eine "Scheindebatte" vor. Die Partnermonate seien als Angebot an die Eltern zu verstehen mit dem Ziel, Einkommenseinbrüche zu vermeiden und die wirtschaftliche Selbstständigkeit beider Elternteile zu gewährleisten. Bisher sei der Rechtsfertigungsdruck auf Väter, die Elternzeit nehmen, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft "immer noch zu groß", unterstrichen Böhmer und Müller.
SPD-Fraktionsvize Nicolette Kressl unterstrich, sie hoffe sehr, dass man die Vätermonate gemeinsam mit der Union umsetzen könne. Es gehe nicht um Zwang, sondern um mehr Wahlfreiheit. Viele Väter wollten ihre Kinder betreuen, fänden aber schlechte Rahmenbedingungen vor. Das Elterngeld verbessere diese.
Die Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Kerstin Griese (SPD), betonte, die Vätermonate seien "ein zusätzliches, positives Angebot des Staates". Damit bekämen Eltern die Möglichkeit, dass sich beide für einige Zeit um ihr Kind kümmern können. Sie wundere sich über "die Diskussion in der CSU und unter den Unions-Ministerpräsidenten, die sich anscheinend der Lebensrealität junger Menschen verschließen und an einem Rollenbild festhalten, das immer weniger praktiziert wird", kritisierte die SPD-Politikerin.
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