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AfD-Chefin über Intoleranz in Moscheen
Petry legt mit Islam-Kritik nach

Das sind die führenden Köpfe der AfD
Das sind die führenden Köpfe der AfD FOTO: dpa, mb pil rho
Berlin. AfD-Chefin Frauke Petry hält misslungene Integration unter muslimischen Einwanderern für weit verbreitet. Islamischer Extremismus ist in ihren Augen in Deutschland keine Ausnahmeerscheinung mehr. 

Frauke Petry und die AfD begegnen dem Islam unverändert mit Misstrauen. "Es ist zu kurz gegriffen, zu sagen, dass es nur wenige islamische Extremisten gibt", sagte Petry der Deutschen Presse-Agentur. Aus ihrer Sicht gebe es hierzulande "ein Integrationsproblem, das man nicht einfach ignorieren kann".

Die AfD war zuletzt von islamischen Verbänden und den Bundestagsparteien für islamkritische Äußerungen scharf kritisiert worden. Besondere große Empörung rief die Äußerung der stellvertretenden Parteivorsitzenden Beatrix von Storch hervor, der Islam sei "eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist".

Nach Aussage Petrys wird in deutschen Moscheen vielfach Gewalt und religiöse Intoleranz gepredigt. Wenn muslimische Väter Lehrerinnen nicht die Hand geben wollten, dann seien das keine Einzelfälle, meinte die Parteivorsitzende, "sondern wir sehen, dass die Einzelfälle einen normativen Charakter angenommen haben in der Öffentlichkeit".

Es gebe zwar durchaus gut integrierte Muslime, die in Deutschland "ihr Zuhause gefunden haben", sagte Petry. Dem heutigen Islam fehlten aber "die Aufklärung" und "die Akzeptanz des Laizismus". "Das wissen wir seit Jahrzehnten, dass das so ist und ignorieren es beständig in Europa und gefährden damit unsere eigene Kultur", fügte sie hinzu.

Der Islam sei kein zentrales Thema des Parteiprogramms, betonte Petry. Wichtiger seien aus ihrer Sicht Europa, Euro, Familienpolitik und direkte Demokratie. Das Programm soll Ende des Monats auf dem Bundesparteitag der AfD in Stuttgart verabschiedet werden.

Petry, die gemeinsam mit Jörg Meuthen an der Spitze der Partei steht, dämpfte jedoch angesichts der vielen schon jetzt vorliegenden Änderungsanträge die Erwartungen. Sie sagte: "Ich finde es nicht tragisch, wenn wir am Ende nicht das gesamte Parteiprogramm verabschieden."

Wenn an diesem Sonntag ein neuer Bundestag gewählt würde, könnte die AfD mit 14 Prozent der Stimmen rechnen, ergab der "Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin". In Ostdeutschland erreicht die Partei in der Sonntagsfrage erstmals 20 Prozent der Wählerstimmen, teilte die ARD mit.

(pst/dpa)
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