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Großeinsatz in Freital
Festnahmen bei Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterroristen

Freital: Festnahmen bei Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterroristen
Bei den in Freital Festgenommenen soll es sich um fünf Männer und eine Frau handeln. FOTO: dpa
Freital . In der sächsischen Stadt Freital haben Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt am Dienstag fünf mutmaßliche Rechtsterroristen festnehmen lassen. Es handelt sich nach Angaben der Bundesanwaltschaft um vier Männer im Alter von 18 bis 39 Jahren und eine 27-jährige Frau. 

Sie stehen im Verdacht, zusammen mit weiteren Personen die rechtsterroristische "Gruppe Freital" gegründet und Asylbewerberheime sowie Wohnprojekte politischer Gegner angegriffen zu haben. Spezialeinheiten der Bundespolizei durchsuchten mehrere Wohnungen und andere Räumlichkeiten in Sachsen. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. 

Vier Beschuldigte werden des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung verdächtigt. Außerdem sollen sie für zwei Explosionen und Sachbeschädigungen verantwortlich sein. Dem fünften Verdächtigen werfen die Behörden unter anderem versuchte gefährliche Körperverletzung vor. Drei weitere Verdächtige befinden sich bereits in Untersuchungshaft.

Laut dem Medienbericht handelt es sich bei den Festgenommenen um fünf Männer im Alter von 18 bis 39 sowie um eine 27-jährige Frau. Die mutmaßlichen Rädelsführer der Bande, insgesamt drei Personen, sollen bereits seit einiger Zeit in Untersuchungshaft sitzen.

Vergangene Woche hatte die Bundesanwaltschaft Ermittlungen gegen Mitglieder einer rechtsextremen Bürgerwehr aus dem sächsischen Freital übernommen. Es gehe um den Verdacht der Bildung einer terroristischen Vereinigung, sagte eine Sprecherin vor einer Woche in Karlsruhe. Einzelheiten wollte sie mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht nennen.

Möglicherweise Anschlag mit Sprengstoff und Buttersäure verübt 

Bekannt wurde jedoch, dass sich die zwei bislang von der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft geführten Verfahren gegen fünf Männer und eine Frau im Alter von 18 bis 40 Jahren richten. Unter anderem werden ihnen Angriffe auf Asylunterkünfte und Flüchtlingsunterstützer vorgeworfen. Sie werden beschuldigt, einen Angriff auf eine Asylunterkunft in Freital und einen Sprengstoff- und Buttersäure-Anschlag auf ein alternatives Wohnprojekt von Flüchtlingsunterstützern in Dresden im vergangenen Oktober verübt zu haben.

Drei der Beschuldigten und ein 40-Jähriger sollen zudem für einen Sprengstoffanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Freital verantwortlich sein. Der 27-Jährige, gegen den in beiden Verfahren ermittelt wird, muss sich zudem Ende April in Dresden wegen eines weiteren Angriffs auf Flüchtlingsunterstützer unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Angriff und Anschlag auf Asylbewerber 

Anfang November und zuletzt im März waren im Zuge der Ermittlungen bei zahlreichen Razzien in Wohnungen in Freital und Dresden Sprengmittel und Nazi-Devotionalien gefunden worden. Auch Computer wurden sichergestellt.

Freital, das nur wenige Autominuten von Dresden entfernt liegt, hatte im Sommer vergangenen Jahres bundesweit Schlagzeilen gemacht: Wochenlang demonstrierten Fremdenfeinde vor einem Flüchtlingsheim in einem ehemaligen Hotel. Immer wieder kam es zu Angriffen und Anschlägen auf Asylbewerber und ihre Unterstützer.

(jeku/dpa)
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