kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Rücktritt nach Schleyer-Mord: Früherer Innenminister Werner Maihofer ist tot

zuletzt aktualisiert: 19.10.2009 - 19:07

Berlin/Bielefeld (RPO). Der FDP-Politiker und ehemalige Bundesinnenminister Werner Maihofer ist tot. Eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin bestätigte am Montagabend indirekt einen Medienbericht und sagte, der heutige Ressortchef Wolfgang Schäuble werde der Familie Maihofers sein tiefstes Mitgefühl übermitteln.

Werner Maihofer (FDP), ehemaliger Innenminister unter Helmut Schmidt, ist tot.   Foto: AP, AP
Werner Maihofer (FDP), ehemaliger Innenminister unter Helmut Schmidt, ist tot. Foto: AP, AP

Dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge starb Maihofer bereits vor zwei Wochen und soll an seinem 91. Geburtstag am Dienstag in der Nähe von Frankfurt am Main beigesetzt werden.

Der FDP-Politiker war in der Zeit der sozialliberalen Koalition von 1974 bis 1978 Innenminister in Bonn. Außerdem gehörte er zu den Hauptautoren der Freiburger Thesen, mit denen die FDP das politische Fundament für einen sozial geprägten Liberalismus legte.

Der am 20. Oktober 1918 in Konstanz geborene Maihofer hatte sich vor seinem Wechsel in die aktive Politik vor allem als Strafrechtsprofessor einen Namen gemacht. Er lehrte an den Universitäten in Saarbrücken und Bielefeld und gründete in den 60er Jahren einen Arbeitskreis von Rechtsprofessoren, die einen alternativen Entwurf für eine Strafrechtsreform vorlegte.

Schon ein Jahr nach seinem Eintritt in die FDP wurde er 1970 ins Bundespräsidium der Liberalen gewählt. Die FDP machte sich den von ihm maßgeblich geprägten Vorschlag für eine Strafrechtsreform zueigen und setzte ihn zusammen mit der SPD gegen starke Widerstände von CDU und CSU durch.

Im Zweifel für die Freiheit

1971 legte Maihofer zusammen mit dem damaligen FDP-Generalsekretär Karl-Hermann Flach auf einem Bundesparteitag der Liberalen in der südbadischen Stadt die Freiburger Thesen vor, die als Aufbruch in eine sozialliberale Gesellschaftspolitik galten. Unter anderem wurde darin eine Art Parität von Arbeit und Kapital propagiert und der Spekulation mit Grund und Boden eine Absage erteilt. Als Leitspruch galt Maihofer "Im Zweifel für die Freiheit". 1972 wurde der FDP-Politiker in den Bundestag gewählt und trat zunächst als Bundesminister für besondere Aufgaben ins Kabinett Willy Brandt ein.

Zwei Jahre später übernahm er unter Bundeskanzler Helmut Schmidt das Innenministerium. In diese Zeit fielen unter anderem zwei als maßvoll eingestufte Tarifabschlüsse mit der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), aber auch Terroranschläge der RAF gegen Generalbundesanwalt Siegfried Buback, den Bankier Jürgen Ponto und die Entführung und Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. 1978 stolperte Maihofer dann über die Abhöraffäre um den Atomwissenschaftler Klaus Traube.

Maihofer kehrte auf seinen Lehrstuhl in Bielefeld zurück und wurde 1982 Präsident des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. In späteren Jahren lebte er zurückgezogen in Überlingen am Bodensee.

Quelle: DDP/felt

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Röttgen verzichtet auf NRW-Landtagsmandat

Nach Niederlage in NRW-Wahl

Röttgen verzichtet auf Landtagsmandat

Norbert Röttgen hat jetzt offiziell den Verzicht auf sein Landtagsmandat erklärt. mehr 

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Hannelore Kraft hat laut einer Umfrage die drei potenziellen SPD-Kanzlerkandidaten in der Gunst der Bürger überholt. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Nach Niederlage in NRW-Wahl

Röttgen verzichtet auf Landtagsmandat

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Makabre Kunstaktion in Italien

Berlusconi-Figur im Glas-Sarg

Mehr Zeit zum Sparen

Brüssel gibt Spanien Atempause

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat laut einer Umfrage die drei potenziellen SPD-Kanzlerkandidaten in der Gunst der Bürger überholt und belegt Platz zwei hinter Kanzlerin Angela Merkel (CDU). mehr

 

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

 

Ramsauers Vorschlag abgeblockt

Merkel erteilt Pkw-Maut klare Absage

 

"Dänen"-Ampel in Schleswig-Holstein

Grüne bekommen Finanzministerium in Kiel

 

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

 
Top-Services