Der sogenannte "Anti-Islamisierungskongress" der rechtspopulistischen Bewegung "Pro Köln" stößt auf massive Proteste. Doch was steckt eigentlich hinter "Pro Köln"?
Der eingetragene Verein "Pro Köln" wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Laut nordrhein-westfälischem Verfassungsschutzbericht hat er rund 200 Mitglieder und stellt fünf Abgeordnete im Kölner Stadtrat.
Schlagzeilen machte "Pro Köln" in den vergangenen Jahren vor allem mit Widerstand gegen den Bau einer repräsentativen Moschee in der Domstadt. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz sieht deshalb "Anhaltspunkte für den Verdacht rechtextremistischer Bestrebungen" bei dem Verein. Er wirft der Gruppierung das Schüren von Ressentiments gegen die muslimische Bevölkerung und fremdenfeindliche Agitation vor.
Dabei geht der Ehrgeiz des "Pro-Köln"-vorsitzenden Markus Beisicht längst über die Domstadt hinaus. Mit der Absicht, zur Kommunalwahl 2009 und zur Landtagswahl 2010 auch in anderen Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens anzutreten, wurde als landesweiter Ableger von "Pro Köln" bereits vor einiger Zeit die ebenfalls von Beisicht geleitete überregionale Plattform "Pro NRW" gegründet.
Der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) urteilte, "Pro NRW" versuche, sich in ein bürgerliches Gewand zu kleiden. In Wahrheit schüre sie aber Bürgerängste gegen den Bau von Moscheen und Sorgen vor Überfremdung. Es sei zu befürchten, dass es den "Pro"-Gruppierungen mit einer offensiven Instrumentalisierung des Themas Überfremdung gelingen könnte, bei Wahlen weitere Mandate zu erreichen, hieß es im Verfassungsschutzbericht.
Der erste von "Pro Köln" initiierte Anti-Islamisierungs-Kongress im September letzten Jahres scheiterte allerdings an den Protesten Tausender Bürger in Köln.