Die Bundesministerien für Gesundheit und Ernährung haben einen Aktionsplan gegen falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht aufgestellt. Er umfasst fünf Punkte. Welche Maßnahmen im Einzelnen geplant sind, lesen Sie hier.
Öffentliche Hand als Vorbild
Bundesregierung, Länder und Kommunen sollen zusammenwirken, um einen gesunden Lebensstil der Deutschen zu fördern. Dies sei eine Aufgabe nicht nur der Gesundheits- und Ernährungspolitik, sondern vieler Politikfelder, betonen die Ministerien. Gesundheit könne "ein entscheidender Faktor für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit für den Standort Deutschland" sein.
Bildung und Information Eltern haben dem Papier zufolge eine besondere Verantwortung, ihren Kindern in puncto Ernährung und Bewegung Vorbilder zu sein: In der Familie würden Verhaltensmuster vorgelebt und verinnerlicht. Doch müsse dieser Prozess "in Kindertageseinrichtungen und Schulen, Ausbildung, Universitäten, Bundeswehr, Zivil- und Friedensdienst über den Arbeitsplatz und Freizeitbereich bis hin zu Begegnungsstätten für ältere Menschen" weitergeführt werden. So sollen etwa Unternehmen auf "ausgewogene Kost" in ihren Kantinen und Bewegungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter achten. Dies komme ihnen durch eine geringere Zahl an Fehltagen unmittelbar zugute, betonen die Ministerien.
Bewegung im Alltag
Im Alltag der Menschen möchten die Ministerien Bewegung stärker verankern. So sollte beispielsweise das Wohnumfeld "abwechslungsreiche Spielplätze, sichere und reizvolle Fuß- und Fahrradwege, wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten und attraktive Parks" bieten. Insgesamt müsse der Wert der körperlichen Aktivität in der Öffentlichkeit größere Anerkennung finden.
Besser essen außer Haus
Jeder Vierte in Deutschland isst inzwischen jeden Tag einmal auswärts. Bei der Verpflegung außer Haus kann dem Eckpunktepapier zufolge sowohl in Kindertageseinrichtungen und Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen als auch beim gastronomischen Service etwa in Restaurants, Zügen und Flugzeugen "noch Vieles optimiert werden". Ausgewogenes und gesundes Essen sollte demnach überall ein "selbstverständlicher Teil des Angebots" werden.
ForschungsimpulseDie Häufigkeit von Fehlernährung, Bewegungsarmut und Übergewicht sei in Deutschland bereits gut dokumentiert, über ihre Ursachen fehlten jedoch noch Erkenntnisse, heißt es in dem Papier. Auch die Wirksamkeit der Präventionsansätze sei bislang unzureichend überprüft. Zudem sei zu erforschen, inwieweit mit neuartigen Lebensmitteln der Anteil übergewichtiger Menschen gesenkt werden kann.