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Raj Rajaratnam ap 2009
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Raj Rajaratnam: Für den dicksten Betrüger wird es eng

zuletzt aktualisiert: 06.01.2010 - 15:33

New York (RPO). Während Bernard L. Madoff die ersten Monate seiner 150-jährigen Haftstrafe verbüßt, nimmt ein weiterer Betrugsfall in den USA immer erschreckendere Ausmaße an. Der Milliardär Raj Rajaratnam soll neuen Erkenntnissen zufolge 36 Millionen Dollar durch Insider-Deals kassiert haben. Die Anklage gegen das Schwergewicht wird ausgeweitet.

FBI-Ermittler hatten Raj Rajaratnam im Oktober angeführt. Inzwischen ist der Verdächtige gegen eine Kaution von 100 Millionen Euro auf freiem Fuß.  Foto: FR77522 AP, AP
FBI-Ermittler hatten Raj Rajaratnam im Oktober angeführt. Inzwischen ist der Verdächtige gegen eine Kaution von 100 Millionen Euro auf freiem Fuß. Foto: FR77522 AP, AP

Rajaratnam, einer der reichsten Männer der USA, ist derzeit gegen Kaution von 100 Millionen Dollar auf freiem Fuß. Bereits im Oktober war Rajaratnam in elf Punkten angeklagt worden. Seine Forderung, die Kaution auf 25 Millionen Euro zu senken, lehnte die Staatsanwaltschaft mit dem Hinweis auf Fluchtgefahr ab.

Der in Sri Lanka geborene Manager des Hedgefonds Galleon Group soll bei Aktiengeschäften von Insiderinformationen über verschiedenste Unternehmen profitiert haben. Aufgedeckt wurde der Skandal, in dem insgesamt 20 Personen angeklagt sind, nachdem die Ermittler mit Gespräche der Verdächtigen abgehört hatten. Behörden sprachen bereits damals vom dicksten Hedgefond-Betrug aller Zeiten. Jetzt wurde bekannt: Rajaratnam kassierte offenbar 36 Millionen Dollar – doppelt soviel wie bisher angenommen. 

Rajaratnam und sein Hedgefonds Galleon sowie zwei Manager des Hedgefonds New Castle, einer früheren Sparte der inzwischen kollabierten Investmentbank Bear Stearns, stehen im Mittelpunkt der Klage. Zudem sind drei hochrangige Manager des IT-Konzerns IBM, der Unternehmensberatung McKinsey und des Chipgiganten Intel betroffen.

Die Beschuldigten sollen systematisch Informationen über Banken und Firmen ausgetauscht und davon bei ihren Finanzgeschäften an der Börse profitiert haben. Dabei ging es unter anderem um Börsen-Riesen wie Google, IBM, den Chip-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD), die Hotelgruppe Hilton und weitere Unternehmen.

Rajaratnam, dessen Privatvermögen auf 1,3 Milliarden Dollar geschätzt wird, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für Aufsehen sorgten immer wieder seine großzügigen Spenden an die Tamil Rehabilitation Organisation. Die Organisation unterhält Verbindungen zu Rebellen auf Sri Lanka. Das FBI ermittelte im Jahr 2006 gegen die Tamil Rehabilitation Organisation. Zu einer Anklage kam es nicht.

Der 52-Jährige gehörte bis vor wenigen Wochen zu den schillernsten Figuren auf dem New Yorker Börsenparkett. Bereits 1992 gründete Rajaratnam, der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, den Hedgefonds Needham Emerging Growth Partnership, der später in Galleon Group umbenannt wurde. Seine berufliche Laufbahn begann er konservativ als kleiner Sachbearbeiter bei der Chase Manhattan Bank.

Jetzt droht Rajaratnam wie seinem brüchtigten Ex-Kollegen Madoff eine drastische Haftstrafe. US-Medien berichten, das Urteil könnte auf 145 Jahren hinter schwedischen Gardinen lauten.

Quelle: apd/csi

 
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