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Linksfraktionschef
Gregor Gysi zur Wiedervereinigung: "Das war ein Beitritt"

Porträt: Gregor Gysi – der Star der Linken
Porträt: Gregor Gysi – der Star der Linken FOTO: dpa, obe wst
Berlin. Für Linksfraktionschef Gregor Gysi hat die deutsche Wiedervereinigung diese Bezeichnung nicht verdient. "Das war ein Beitritt, ein Beitritt der DDR zur Bundesrepublik", sagte er. "Natürlich wurde der Osten vereinnahmt, vor allem die Wirtschaft."

Am 3. Oktober vor 25 Jahren wurden die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik vereint. Gysi sagte, durch Volksentscheide hätten sich die Bevölkerungen beider Staaten damals eine neue Verfassung geben können. "Dann wäre ein neuer Staat entstanden." Diese Chance sei verpasst worden.

Die größten Versäumnisse der Wiedervereinigung seien für ihn der mangelnde Respekt vor ostdeutschen Biografien gewesen, und dass die Westdeutschen nicht von der Einheit profitiert hätten. "Man hätte ja auch zehn Sachen aus dem Osten einführen können, zum Beispiel ein flächendeckendes Netz von Kindertagesstätten oder eine Kinderbetreuung an den Schulen auch nachmittags", sagte Gysi. "Das hätte auch die Lebensqualität der Menschen im Westen verbessert und ihnen damit ein Einheitserlebnis beschert."

Auch nach 25 Jahren ist die Einheit für Gysi nicht vollendet. Der Osten liege wirtschaftlich immer noch zu weit zurück. Außerdem müsse gleicher Lohn für gleiche Arbeit und gleiche Rente für gleiche Lebensleistung gewährleistet werden.

(dpa)
 
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