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Fragen und Antworten
Was wir über die Randalierer beim G20-Gipfel wissen

Video: Die Schanze brennt
Hamburg. Die Krawalle am Rande des G20-Gipfels haben viele Hamburger und Menschen jenseits der Stadt erschüttert. Es gab laut Polizei 400 Fest- oder Gewahrsamnahmen. Was aber weiß man über die Randalierer? Und wie groß ist die linksextremistische Szene in Deutschland? Von Dana Schülbe

Drei Tage Ausnahmezustand in Hamburg: Straßenschlachten, brennende Autos, geplünderte Geschäfte. Statt der tausenden friedlichen Demonstranten und der politischen Entscheidungen werden vor allem diese Gewaltexzesse vom G20-Gipfel in Erinnerung bleiben.

  • Wer sind die Randalierer?

Sowohl Politik als auch Vertreter der linken Szene in Deutschland sagen immer wieder, dass viele Gewalttäter aus dem Ausland nach Hamburg gereist sind. Das sagte auch Kanzleramtschef Peter Altmaier im Talk von Anne Will am Sonntagabend. Damit wurde bereits im Vorfeld gerechnet. Damals war erwartet worden, dass Autonome aus Skandinavien oder Italien einreisen dürften sowie militante G20-Gegner aus mehreren anderen Ländern.

  • Hat sich diese Annahme bestätigt?

Genau kann man das nicht sagen, weil sich viele der Gewalttäter im "schwarzen Block" bis zur Unkenntlichkeit maskiert haben und die Ermittlungen der Polizei entsprechend langsam laufen. Allerdings gab es bereits eine erste Bilanz der Polizei zu den Festnahmen. Demnach waren 132 der 186 Festgenommenen nach Angaben des Einsatzleiters Hartmut Dudde Deutsche. Acht seien Franzosen, sieben Italiener gewesen. Der Rest verteile sich auf andere Nationalitäten, darunter Russen und Türken. Bei den 225 Personen in Gewahrsam habe es sich in 158 Fällen um Deutsche gehandelt. 20 Personen sind Italiener, 17 Franzosen.

  • Was ist der "schwarze Block"? 

Der "schwarze Block" ist trotz seines Namens keine einheitliche Gruppierung. In ihm schließen sich unterschiedliche linksradikale Gruppen zusammen, um etwa bei Großdemonstrationen zu randalieren. Was die Teilnehmer eint, ist die Ablehnung der herrschenden staatlichen Ordnung und von allem, was in ihren Augen den Kapitalismus verkörpert. Dazu gehören etwa Banken, Autos und Handelsketten. Der schwarze Block hüllt sich ganz in Schwarz, um für die Polizei nicht identifizierbar zu sein. Auch das Gesicht wird durch Kapuzen, Mützen und Sonnenbrillen verdeckt.

  • Wer stand hinter der "Welcome to hell"-Demo?

Organisator war das Hamburger autonome Zentrum Rote Flora. Die beiden Sprecher Andreas Blechschmidt und Andreas Beuth distanzierten sich von den Gewaltausbrüchen, machten aber vorrangig die Polizei dafür verantwortlich. "Wir haben hier eine Hamburger Polizei erlebt, die immer wieder auch gewalttätig operiert hat", sagte Blechschmidt. "Ich glaube, dass letzte Nacht auch eine Rolle gespielt hat, dass es Menschen gab, die gesagt haben, das werden wir jetzt auch heimzahlen." Auch Rote-Flora-Anwalt Andreas Beuth meint, viele der Gewalttäter seien aus dem Ausland gekommen. Die Polizei weist diese Darstellung zurück und nennt die Rote-Flora-Vertreter "geistige Brandstifter".  

  • Wie groß ist die linksextreme Szene in Deutschland?

Laut Verfassungsschutz gab es im vergangenen Jahr so viele linksextremistische Menschen wie nie zuvor – und zwar 28.500. Die Zahl der gewaltorientierten Menschen stieg demnach von 7700 auf 8500.

  • Und wie groß ist die Szene in Hamburg selbst?

Die Linksextremistische Szene in Hamburg umfasst nach Einschätzung des Verfassungsschutzes rund 1100 Personen. 650 von ihnen seien gewaltbereit, hieß es. 

mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

 
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