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Kanzlerin trifft US-Präsident vor Beginn des G7-Gipfels
Bayerische Brotzeit für Merkel und Obama in Krün

Barack Obama lässt sich in Krün das Weißbier schmecken
Barack Obama lässt sich in Krün das Weißbier schmecken FOTO: dpa, pg jhe
Krün. Der kleine bayerische Ort Krün hat sich am Sonntagmorgen herausgeputzt. Denn hier werden US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau erwartet.

In traditionelle bayerische Trachten gekleidete Bewohner der Gemeinde deckten bei strahlendem Sonnenschein Tische mit weiß-blauen Tischdecken ein, um Obama und Merkel vor Beginn des G7-Gipfels für eine bayerische Brotzeit zu empfangen. Demonstranten blockierten eine Zufahrtsstraße zum Tagungsort Schloss Elmau.

Am Vorabend war über der Region noch ein heftiges Gewitter niedergegangen, das die Gegner des Gipfels gezwungen hatte, ihr Protestcamp zu räumen – am Sonntag war von Wolken und Regen keine Spur mehr zu sehen. Unter den strengen Augen des Sicherheitspersonals wurden auf dem Dorfplatz des malerischen Ortes Krün vor Beginn des Treffens mit den beiden hohen Gästen bereits große Gläser mit Weißbier gezapft.

An den Biertischen vor dem Rathaus kamen Anwohner, Gebirgsschützen und Trachtenvereine zusammen. Darunter auch die 81 Jahre alte Marianne, die mit weißer Bluse und rotem Schultertuch mit Fransen gekleidet das Treiben von dem Holzbalkon der Pension und Gastwirtschaft Grillstube bereits seit 07.30 Uhr beobachtete. "So was erlebt man doch nicht alle Tage", sagte Marianne.

Bernhard Neuer ist aus der Nachbargemeinde Wallgau gekommen, er ist in traditioneller Tracht gekleidet. "Normalerweise tragen wir ja auch unsere Waffen, Säbel und 98er Karabiner, also ohne Munition, aber die durften wir heute natürlich nicht mitbringen", erzählt er. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Region sind wegen der anreisenden Staatsgäste hoch. "Normalerweise trinke ich jetzt auch ein Bier", sagte Neuer. "Aber heute trinke ich ein Wasser, ich muss ja fit bleiben."

Kanzlerin Angela Merkel wurde schließlich mit viel Applaus zum Klang von Alphörnern empfangen. Merkel kam im mintfarbenen Blazer mit schwarzer Hose, begleitet wurde sie von ihrem Mann Joachim Sauer, der einen grauen Anzug mit hellblauem Hemd und dunkelblauer Krawatte trug.

Schließlich kam auch Obama in Krün an. Neben einem Eintrag ins Goldene Buch des Touristenorts trafen sich die beiden bei strahlendem Sonnenschein mit Bürgern zu Brotzeit und Bier.

Merkel und Obama hielten vor der Alpenkulisse kurze Ansprachen.

Anschließend wollten die Kanzlerin und der Präsident zum Tagungshotel Schloss Elmau fahren und sich noch vor dem offiziellen Gipfelstart im kleinen Kreis beraten.Merkel und Obama kommen im Anschluss an das Frühstück zu einem bilateralen Gespräch zusammen. Um 13 Uhr beginnt dann in dem Hotel Schloss Elmau der G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen. Dazu gehören neben Deutschland Frankreich, Italien, Großbritannien, Japan, Kanada und die USA. Bis Montagnachmittag wollen sie über zahlreiche Themen wie Klimaschutz, Terrorbekämpfung, Welthandel, Frauenförderung und Entwicklungshilfe beraten. Besonderen Raum dürften der Ukraine-Konflikt und die griechische Schuldenkrise einnehmen.

Für das zweitägige Treffen in Oberbayern haben sich rund 3000 Journalisten aus 50 Ländern akkreditiert. Sie arbeiten in einem Pressezentrum in Garmisch-Partenkirchen, rund 17 Kilometer von Schloss Elmau entfernt.

Auch zahlreiche Demonstranten sind angereist, um gegen die Politik der Industriestaaten zu protestieren. In Garmisch-Partenkirchen starteten Gegner des G7-Gipfels am Sonntagmorgen einen Sternmarsch in Richtung Schloss Elmau begonnen. Die Demonstranten starteten mit Fahrrädern und zu Fuß vom Garmischer Bahnhof aus.

Eine kleine Gruppe von Demonstranten blockierte die als Zufahrt zu dem Tagungshotel in Elmau wichtige Bundesstraße 2. Sie trugen ein Plakat mit der Aufschrift: "Wir sehen nur Einschüchterung, Abschottung und Willkür". In Richtung Polizei riefen sie: "Wir sehen nur Marionetten."

Weil den G7-Gegnern ihre ursprünglich angemeldete Strecke nicht genehmigt worden war, muss der Sternmarsch vor dem von den Behörden festgelegten Sicherheitsbereich um Schloss Elmau enden. Dieser ist mehrere Kilometer um das Tagungshotel gezogen und liegt damit deutlich außerhalb der Hör- und Sichtweite des Treffens der Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrienationen.

(AFP)
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