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Interview mit G7-Gegner
"Wir wollen solche Gipfel verhindern"

Schloss Elmau – Herberge des G7-Gipfels in Bayern
Schloss Elmau – Herberge des G7-Gipfels in Bayern FOTO: dpa
Düsseldorf. Mit Demonstrationen, Kundgebungen und Blockaden wollen Tausende Gipfel-Gegner den Widerstand gegen die G7-Treffen deutlich machen. Im Gespräch mit unserer Redaktion wendet sich Protest-Sprecher Benjamin Ruß, auf mögliche Krawall-Gruppen angesprochen, gegen "jede Kriminalisierung im Vorfeld". Von Gregor Mayntz

Was stört Sie an G7?

Ruß Wir kritisieren den Gipfel aus verschiedenen Positionen heraus. Einmal, dass er ohne demokratische Diskussion und parlamentarische  Mitwirkung einfach hier in ein Naturschutzgebiet gepflanzt worden ist.  Zum anderen kritisieren wir, dass in den G7 die größten Waffenhändler-Nationen sitzen, die in der Nato organisiert und darüber am Großteil der militärischen Konflikte in der Welt beteiligt sind. Wir protestieren gegen die falsche Flüchtlingspolitik, für die diese Regierungen verantwortlich sind, und dass sie Handelsabkommen schließen, die nicht Frieden und Wohlstand schaffen, sondern nur ihre eigene Position auf dem Weltmarkt stärken sollen.

Was wollen Sie mit den Protesten erreichen?

Ruß Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, hier in Garmisch-Partenkirchen in der Nähe von Elmau ihren Protest auf die Straße zu bringen. Und wir wollen erreichen, dass der hartnäckige Widerstand gegen diese Art von Gipfeln deutlich wird und sie künftig nicht mehr so stattfinden. Diese sind exklusiv, intransparent. Am Ende gibt es zwar Absichtserklärungen, aus denen aber jedes Mal nichts wird. Es geht doch in Wirklichkeit darum, Bilder wie einst vom Strandkorb im Heiligendamm und jetzt von der heilen Alpenkulisse zu schaffen, um eine Politik zu verkaufen, die nur Augenwischerei ist.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie bei Ihren Protesten?

Ruß Für Samstag haben wir eine Demonstration mit 5000 bis 10.000 Menschen angemeldet.

Grenzen Sie sich von möglichen Gewalttätern ab?

Ruß Wir haben uns schon vor Monaten auf einen Aktionskonsens geeinigt. Die Demonstrationen, Kundgebungen und Blockaden wollen wir mit den Mitteln durchführen, die wir dafür haben. Wir wissen, dass wir dabei ein Aufeinandertreffen mit der Polizei nicht ausschließen können. Doch die Polizei ist nicht das Ziel unseres Protests. Von uns ist und wird keine Eskalation ausgehen.

Und wenn Krawall-Gruppen erscheinen? Wollen Sie die dann nicht dabei haben?

Ruß Wir wehren uns gegen jede Kriminalisierung im Vorfeld. Wenn es zu irgendwelchen Eskalationen kommen sollte, kann man erst in dieser Situation entscheiden, wie es dazu gekommen ist.

GREGOR MAYNTZ SPRACH MIT BENJAMIN RUß.

Quelle: RP
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