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Verwaltungsgericht
G7-Gegner dürfen doch campen

G7-Gipfel: Gegner dürfen doch in Garmisch-Patenkirchen campen
Jetzt dürfen die G7-Gegner ihr Camp doch auf einer Wiese am Ortsrand von Garmisch-Patenkirchen aufbauen. FOTO: dpa, kne lre
München. Die heiße Phase der Vorbereitungen für den G7-Gipfel in Bayern läuft. Sehr zur Sorge der Behörden dürfen Gipfelgegner nun doch auf einer Wiese bei Garmisch-Partenkirchen ihre Zelte aufschlagen.

Wenige Tage vor dem G7-Treffen im oberbayerischen Schloss Elmau haben die Gipfelgegner einen juristischen Sieg errungen. Das Verwaltungsgericht München hob am Dienstag das Verbot eines Protestcamps auf einer Wiese am Ortsrand von Garmisch-Partenkirchen auf. Die Gemeinde schloss rechtliche Schritte gegen die Gerichtsentscheidung nicht aus.

In Elmau treffen sich am 7. und 8. Juni die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industrienationen. Gipfelgegner wollen in Garmisch und München dagegen demonstrieren.

Schloss Elmau – Herberge des G7-Gipfels in Bayern FOTO: dpa

Das Aktionsbündnis "Stop G7 Elmau" hatte eine Wiese nahe der Loisach von einem Landwirt gepachtet, um dort ein Zeltlager für rund 1000 Gipfelgegner errichten zu können. Die Gemeinde hatte dies untersagt - unter anderem mit Verweis auf die Hochwassergefahr. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht: Ein "Totalverbot" des Camps könne damit nicht gerechtfertigt werden.

Entscheidung zum Sternmarsch steht noch aus

Das Aktionsbündnis reichte am Dienstag noch eine weitere Klage beim Verwaltungsgericht ein. Sie richtet sich gegen die Beschränkungen für einen Sternmarsch am Sonntag, dem Tag des Gipfelbeginns. Als "Minimalziel" wolle man gerichtlich durchsetzen, dass eine Delegation von 50 Teilnehmern Richtung Elmau vorgelassen werde, teilte das Bündnis mit. Die Gipfelgegner wollten "in Hör- und Sichtweite" des Schlosses ihre Meinung kundtun, sagte deren Anwalt Dirk Asche.

An diesem Donnerstag wollen Tausende Menschen in München gegen den G7-Gipfel demonstrieren. 15.000 Demonstranten werden laut Polizei erwartet. Unter dem Motto "TTIP stoppen - Klima retten - Armut bekämpfen" haben Parteien und Nichtregierungsorganisationen dazu aufgerufen. "Durch friedliche und kreative Proteste verschaffen wir unseren Forderungen Gehör", kündigte Demo-Sprecher Markus Weber an.

Für Samstag hat "Stop G7 Elmau" zu einer Kundgebung in Garmisch-Partenkirchen aufgerufen, erwartet werden ebenfalls mehrere tausend Demonstranten. Am Sonntag soll es den Sternmarsch geben.

G7-Gegner mobilisieren sich im Internet

Es gibt aber auch Gruppen von Autonomen und Linksextremisten, die den G7-Gipfel auf Schloss Elmau blockieren wollen. Auf den Webseiten mehrerer Gruppen finden sich entsprechende Hinweise. "Der Mobilisierungsgrad nimmt eindeutig zu", sagte der Sprecher des G7-Planungsstabs der bayerischen Polizei, Hans-Peter Kammerer.

Auf der Seite "g7-mobi.org" sind Videos gewaltbereiter Gruppen veröffentlicht, auf denen die Frankfurter EZB-Krawalle als Vorbild für die geplanten G7-Proteste dargestellt sind. Im Blick haben die Behörden auch die Anreise autonomer Gruppen etwa aus Italien.

Im Falle gewalttätiger Ausschreitungen kann die Polizei vor Ort bis zu 200 Demonstranten vorübergehend einsperren. Die Sammelstelle für Gefangene in Garmisch-Partenkirchen umfasst 40 Container, in denen jeweils mindestens vier Festgenommene untergebracht werden können.

(dpa)
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