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  Foto: DDP
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SPD-Chef nennt Sprüche "dämlich": Gabriel stellt Sarrazins Parteizugehörigkeit in Frage

zuletzt aktualisiert: 25.08.2010 - 07:12

Ludwigshafen (RPO). SPD-Chef Sigmar Gabriel hat die jüngsten Provokationen des früheren Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD) scharf kritisiert. Sarrazins Sprüche seinen zum Teil "dämlich" und die Sprache mitunter "gewalttätig" sagte Gabriel gestern auf seiner Sommerreise durch Rheinland-Pfalz.

Der SPD-Vorsitzende kündigte an, er werde prüfen, ob Sarrazin mit seinen Äußerungen bestimmten Bevölkerungsgruppen bestimmte Charakterzüge zuweise. Dies wäre dann "rassistisch".  Sollte der SPD-Chef zu diesem Ergebnis kommen, könnte die Debatte um einen Parteiausschluss Sarrazins erneut aufflammen. "Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Parteimitglied sein will - das weiß ich auch nicht", sagte Gabriel.

Berliner SPD auf Distanz

In Berlin reagierte die SPD und ging auf Distanz. "Ich kann auf solche Mitglieder als Kreisvorsitzender gut verzichten", sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Christian Gaebler, der "tageszeitung". Gaebler ist auch Kreischef in Charlottenburg-Wilmersdorf, dem Kreisverband von Thilo Sarrazin.

Noch im Frühjahr hatte sich Gaeblers SPD-Verband zähneknirschend hinter Sarrazin gestellt. Damals hatte der ehemalige Finanzsenator und jetzige Bundesbankvorstand in einem Interview gesagt, Araber und Türken hätten "keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel".

Sarrazin, der Ende des Monats ein Buch zum Thema Integration veröffentlicht, sagte am Dienstag im Deutschlandradio Kultur, man dürfe nicht zulassen, dass 40 Prozent der muslimischen Migranten von Transferleistungen lebten und ihnen jede Form von Integration "erspart" werde.

Er fügte hinzu: "Für die Gesamtheit der muslimischen Einwanderung in Deutschland gilt die statistische Wahrheit: In der Summe haben sie uns sozial und auch finanziell wesentlich mehr gekostet, als sie uns wirtschaftlich gebracht haben." Sarrazin sagte weiter: "Die unqualifizierte Migration, die wir gegenwärtig haben, und die Migration des ungebildeten, unqualifizierten Familiennachzugs, das kann in dieser Form nicht weitergehen."

Quelle: RP/RPO

 
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