Klimapolitik: Gabriel und Glos eröffnen Verhandlungsmarathon
zuletzt aktualisiert: 10.09.2007 - 12:09Berlin (RPO). Der Startschuss für einen globalen Verhandlungsmarathon ist gedfallen. Umweltminister Sigmar Gabriel und Wirtschaftsminister Michael Glos eröffneten in Berlin eine Klimakonferenz mit den Energie- und Umweltministern der 20 wichtigsten Energieverbrauchsländern. Sie dient als Auftaktveranstaltung für die Weltklimakonferenz im Dezember in Bali.
Gabriel sagte, Ziel der Verhandlungen müsse sein, auch die Schwellen- und Entwicklungsländer in die Anstrengungen für den globalen Klimaschutz einzubeziehen.
In Bali soll ein Verhandlungsmandat für die Zeit nach 2012 erteilt werden, wenn das Kyoto-Klima-Protokoll ausläuft. Gabriel sagte, die Schwellen- und Entwicklungsländer seien bisher nur bereit, über weitere Anstrengungen der Industrieländer beim Klimaschutz zu reden. Die Konferenzen im Vorfeld der Weltklimakonferenz seien deshalb so wichtig, "weil wir diese Haltung verändern müssen".
Wirtschaftsminister Glos sagte, die Verminderung des Ausstoßes an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) und das Wirtschaftswachstum seien keinen Gegensätze mehr. Es sei vielmehr eine "große Chance für Deutschland", auf dem Gebiet der Energieeffizienz weltweit tätig zu werden. Geholfen werden könne auch mit Exportinitiativen für erneuerbare Energien.
"Sehr komplizierte Situation"
Die Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Klima, Gro Harlem Brundtland, sprach von einer "sehr komplizierten Situation" bei den Klimaverhandlungen. Der Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, den CO2-Ausstoß der Länder künftig an den Pro-Kopf-Emissionen zu orientieren, sei ein positiver Ansatz. "Es ist gut, dass dieser Gedanke in der Diskussion ist."
Gabriel fügte hinzu, der Merkel-Vorschlag treffe auf "ein hohes Maß an Offenheit". Wenn man aber rund zwei Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr festlege, müsse man wissen, dass der Wert für Deutschland heute bei neun Tonnen und in den USA noch einmal doppelt so hoch liege. "Das ist schon ein ziemlich ambitioniertes Ziel", sagte der SPD-Politiker.
Ergebnisse erst 2008
Im Kyoto-Protokoll hatten sich 1997 die 38 führenden Industrieländer auf eine Verringerung der Emissionen von sechs klimaschädigenden Gasen um insgesamt 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 verpflichtet. Das Protokoll ist 2005 in Kraft getreten und läuft 2012 aus. Bereits im Jahr 2005 war auf dem G-8-Gipfel im schottischen Gleneagles vereinbart worden, den Dialog über die weltweite Klimapolitik voranzutreiben.
Am dritten "Gleneagles-Dialog" in Berlin nehmen neben Vertretern aus den acht führenden Industrienationen (G-8) auch Minister aus China, Indien, Südafrika, Brasilien, Mexiko, Australien, Indonesien, Nigeria, Polen, Spanien und Südkorea teil. Eingeladen wurden außerdem die multilateralen Entwicklungsbanken, die Internationale Energieagentur und das UN-Klimasekretariat.
Gastgeber sind Gabriel und Glos. Deutschland hat in diesem Jahr die G-8-Präsidentschaft. Nach dem Treffen in Berlin wird es im Frühjahr 2008 eine weitere Konferenz in Japan geben. Über die Ergebnisse des Gleneagles-Dialogs soll auf dem G-8-Gipfel 2008 unter japanischem Vorsitz berichtet werden.
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