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Peter Altmaier (CDU) im Interview
"Gauck war die beste erreichbare Lösung"
Peter Altmaier (CDU) im Interview: "Gauck war die beste erreichbare Lösung"
Peter Altmaier wird in der Bundesversammlung "aus Einsicht" für Joachim Gauck stimmen. FOTO: ddp-Archiv
Berlin. Peter Altmaier, Geschäftsführer der Unions-Bundestagsfraktion, sprach mit unserer Redaktion über die Präsidentensuche, das Verhalten der FDP und natürlich Joachim Gauck.

Was erwarten Sie von der Präsidentschaft Joachim Gaucks?

Altmaier Ich erwarte, dass Joachim Gauck ein integrativer Präsident mit einer markanten Persönlichkeit sein wird, der unser Land nach innen und außen mit Anstand und Würde vertreten wird.

Hat Sie die Festlegung der FDP auf Gauck überrascht?

Altmaier Die Gespräche mit der FDP liefen ja schon seit einiger Zeit und waren von dem Bemühen getragen, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Insofern hatten wir die Agenturmeldungen, dass sich das FDP-Präsidium in einer Telefonschaltkonferenz bereits festgelegt hatte, zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet. Das war zumindest ungewöhnlich.

Ist das Binnenklima beschädigt?

Altmaier Die Koalition ist handlungsfähig und wird das bei den anstehenden Entscheidungen unter Beweis stellen. Wir haben einen gemeinsamen Regierungsauftrag, der darin besteht, Sachfragen zu lösen. Mit der Lösung der Eurokrise, der Sicherung des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Konsolidierung des Haushaltes sind wir gut beschäftigt. Die Arbeit der Koalition wird erfolgreich weitergehen.

Werden Sie Gauck aus Kalkül oder Begeisterung wählen?

Altmaier Ich wähle Joachim Gauck aus Einsicht, dass es die beste Lösung war, die im Konsens der vier großen demokratischen Parteien erreichbar war, und in der Überzeugung, dass er ein guter Präsident sein wird, der die innere Einheit Deutschlands weiter voranbringt.

Was sagt der westdeutsche Katholik zu zwei ostdeutschen Protestanten an der Staatsspitze?

Altmaier Als saarländischer Katholik freue ich mich, dass wir mit Angela Merkel und Joachim Gauck zwei Repräsentanten haben werden, die für eine wertegebundene Politik stehen. Ob einer Protestant oder Katholik ist, hat in den letzten Jahren sehr an Bedeutung verloren.

Gregor Mayntz führte das Gespräch mit dem Unions-Fraktionsgeschäftsführer.

Quelle: RP/pst
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