| 10.50 Uhr

Gefälschte Pässe
Innenpolitiker fordern Einzelfallprüfung für Syrien-Flüchtlinge

Gefälschte Pässe: Politiker fordern Einzelfallprüfung für Syrien-Flüchtlinge
Einreisende müssen an den EU-Grenzen ihre Ausweise vorzeigen. IS-Terroristen könnten sich mit gestohlenen Pässen in die EU schmuggeln, warnen Grenzschützer. FOTO: dpa, sp pt
Berlin. Die Frontex-Warnung vor Gefahren wegen gefälschter oder gestohlener Pässe ruft in Deutschland Innenpolitiker von Union und SPD auf den Plan. Sie fordern eine Einzelfallprüfung für Syrien-Flüchtlinge.

"Wir brauchen in Europa vor allem eine schnellstmögliche, lückenlose Registrierung aller Menschen, die hier ankommen", sagte der Innenausschuss-Vorsitzende im Bundestag, Ansgar Heveling (CDU), den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dazu gehöre auch, dass die Anfang Dezember vereinbarte Rückkehr zur Einzelfallprüfung bei Flüchtlingen aus Syrien "schnellstens" verwirklicht werde.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in Syrien, Irak und Libyen in mehreren Städten die offiziellen Behörden übernommen. Dabei sollen die Extremisten zahlreiche echte Passdokumente erbeutet haben. Bereits im März war berichtet worden, dass der IS im ostsyrischen Al-Rakka an rund 3800 syrische Blanko-Reisepässe gelangt sei.

Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht FOTO: ALESSANDRO BIANCHI

Aus Sicht des SPD-Innenexperten Burkhard Lischka machen die erbeuteten syrischen Pässe deutlich, wie wichtig "ab sofort eine Einzelfallprüfung auch der geflohenen Menschen aus Syrien durch deutsche Behörden" sei. Aufgabe der europäischen Sicherheitsbehörden sei es zudem, "möglichst schnell die Seriennummern der gestohlenen Pässe zu ermitteln", sagte Lischka den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Liebe Leserinnen und Leser,
Ihre Meinung zu RP Online ist uns wichtig. Anders als sonst bei uns üblich gibt es allerdings an dieser Stelle keine Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Zu unserer Berichterstattung über die Flüchtlingskrise haben wir zuletzt derart viele beleidigende und zum Teil aggressive Einsendungen bekommen, dass eine konstruktive Diskussion kaum noch möglich ist. Wir haben die Kommentar-Funktion bei diesen Themen daher vorübergehend abgeschaltet. Selbstverständlich können Sie uns trotzdem Ihre Meinung sagen – per Facebook oder per E-Mail.

(das/dpa)
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.