RAF-Terroristen: Geheime Fotos aus Selbstmord-Zellen aufgetaucht
zuletzt aktualisiert: 04.08.2008 - 18:38Stuttgart (RPO). Mehr als 30 Jahre nach dem Tod der RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe sind Fotos aus deren Zellen aufgetaucht, die kurz nach den Selbstmorden entstanden. Nach einem Medienbericht wurden mehr als 400 Fotos eines früheren Polizeifotografen gefunden, die am 18. Oktober 1977, am Morgen nach den Selbstmorden, in den Stammheimer Zellen aufgenommen wurden.
Auch geheime Bilder von Obduktionen der führenden RAF-Terroristen sowie der Notoperation von Irmgard Möller seien darunter, berichtete die "Stuttgarter Zeitung".
Der Polizeifotograf starb demnach bereits vor längerer Zeit. Die Bilder seien vor einer Woche beim Entrümpeln eines Haushalts in Stuttgart in einem Koffer aufgetaucht und der Stuttgarter Staatsanwaltschaft übergeben worden, die in dem Fall ermittele und die Dokumente überprüfe. Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" handelt es sich größtenteils um Abzüge von Fotos, die vor 30 Jahren für das so genannte Todesermittlungsverfahren von Stammheim angefertigt wurden.
Die Akten dieses Verfahrens waren 2005 vom Staatsarchiv in Ludwigsburg übernommen worden, blieben dort aber nicht lange. Vor wenigen Monaten wurden die 54 Ordner und Mappen von der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wieder abgeholt.
Nach Angaben des zuständigen Oberstaatsanwalts Bernhard Häußler wird derzeit geprüft, ob in dem Fall neue Ermittlungen eingeleitet werden. Dabei geht es um den Vorwurf, einzelne Beamte aus dem Sicherheitsapparat hätten im Herbst 1977 von der Absicht der Terroristen gewusst und deren Selbstmord geduldet. Es seien keine förmlichen Ermittlungen eingeleitet worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf AP-Anfrage.
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