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Präsidentschafts-Kandidat für Nutzung embryonaler Stammzellen?: Gen-Forschung: Köhler irritiert CDU und Grüne

zuletzt aktualisiert: 16.03.2004 - 10:45

Düsseldorf (rpo). Ausgerechnet der Kandidat von Union und FDP für das Amt des Bundespräsidenten, Horst Köhler, sorgt mit seiner Haltung zur Gen-Forschung für Irritationen bei den Christdemokraten. FDP-Politikerin Ulrike Flach sagte der "Rheinischen Post", Köhler bewerte die Chancen dieser Art von Forschung höher als die Risiken.

Flach, die als Vorsitzende des Bundestags-Forschungsausschussses fungiert, lobte Köhlers Haltung zur Forschungsfreiheit: "Ich sehe auf uns einen Präsidenten zukommen, der sich deutlich liberaler einlässt, als Johannes Rau dies getan hat." Signale für eine offene Haltung Köhlers in Fragen embryonaler Stammzellen will die Politikerin laut "Rheinischer Post" (Dienstagausgabe) in Gesprächen des Kandidaten mit der FDP wahrgenommen haben.

Dagegen forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe: "Gerade weil der Bundespräsident auch ein Hüter der Verfassung ist, schließt dies natürlich den Artikel 1 des Grundgesetzes ein, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Ich gehe davon aus, dass das auch nach Überzeugung von Herrn Köhler für das ungeborene Leben gilt und damit ebenso für die Embryonen im Reagenzglas."

Bundespräsident Rau habe in dieser Frage die Menschenwürde stets mutig gegen Interessen von Wirtschaft und Forschung verteidigt. "Ich wünsche mir, dass dies durch den nächsten Bundespräsidenten nicht eingeengt, sondern ebenfalls verteidigt wir"", sagte Hüppe der Zeitung.

Die Grünen-Abgeordnete Christa Nickels warnte: "Nachdem Herr Köhler schon in der Frage der CDU-Kanzlerkandidatur in den Fettnapf getreten ist, läuft er hier Gefahr, in einen noch größeren Fettnapf zu treten." Die Haltung des Kandidaten zur Forschung an embryonalen Stammzellen sei "keine Lappalie, sondern eine grundlegende Gewissensfrage", so Nickels.

Die Grünen-Politikerin betonte, es gebe im Bundestag eine 70-Prozent-Mehrheit, die keine schrankenlose Forschungsfreiheit wolle, gerade bei den embryonalen Stammzellen. Nickels forderte Köhler auf, seine Position öffentlich klarzustellen.


 
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