Grundwehrdienst: Generalinspekteur forciert Neu-Organisation
zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 - 06:35Berlin (RPO). Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr, plant wegen der geplanten Wehrdienstverkürzung einen Strukturwandel in der Ausbildung. "Es wird sicher nicht ausreichen, vom jetzigen neunmonatigen Wehrdienst einfach drei Monate herauszustreichen und so weiter zu machen wie bisher", sagte Schneiderhan der Tageszeitung "Die Welt".
Die Kernfrage laute: "Was können wir in sechs Monaten erreichen, und zu welchem Zwecke bilden wir die Grundwehrdienstleistenden aus?" Danach richteten sich dann Aufbau, Inhalt und Organisation des Grundwehrdienstes.
Union und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, ab 2011 den Wehrdienst von derzeit neun auf sechs Monate zu verkürzen. "Es ist jetzt erforderlich, die Dienstzeit gut und nutzbringend zu gestalten und für die einzuberufenden jungen Männer nachvollziehbar militärisch zu begründen, sagte Schneiderhan.
"Ich halte es für wichtig, dem jungen Menschen gegenüber zu vermitteln, dass der Wehrdienst äußerst sinnvoll und kein Relikt des Kalten Krieges ist. Es lohnt sich, unserem Staat und Gemeinwesen zu dienen und damit auch persönlich Verantwortung für Recht und Freiheit zu übernehmen. Dem Frieden zu dienen ist mehr, als in Frieden gelassen zu werden."
Schneiderhan trat Mutmaßungen entgegen, die geplante Verkürzung der Wehrdienstzeit könne ein "Einstieg in den Ausstieg" werden. "Neben gesellschaftlichen, politischen und historischen Gründen halte ich die Wehrpflicht unverändert für militärisch notwendig", sagte er zu einer möglichen Umwandlung der Truppe in eine Freiwilligenarmee.
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