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CDU-Vorstoß
Ärzte sprechen sich für gesetzliche Impfpflicht für Kinder aus

Impfung - kleiner Piks rettet Leben
Impfung - kleiner Piks rettet Leben FOTO: Adam Gregor /Shutterstock.com
Exklusiv | Berlin. Die vom CDU-Parteitag verlangte "gesetzliche Grundimpfpflicht für Kleinkinder" ist beim Koalitionspartner SPD und Ärzteverbänden auf deutliche Unterstützung gestoßen. Vor allem bei Masern sei das "völlig richtig", sagte SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach.

Lauterbach will mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) möglichst bald über die Einführung einer Impfpflicht ins Gespräch kommen. In der SPD werde sich dafür eine breite Mehrheit finden.

Auch Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery beurteilte den Vorstoß als richtig. "Wir müssen den ernsthaften Versuch unternehmen, für alle Kinder Impfschutz herzustellen, auch wenn es immer Eltern geben wird, die sich trotz Aufklärung verweigern", erklärte Montgomery. Mit Impfungen übernähmen Eltern nicht nur Verantwortung für das eigene Kind, sondern auch für die gesamte Gesellschaft.

Das Gesundheitsministerium verwies auf das Präventionsgesetz, demnach Impfberatung vor der Kita verpflichtend sei und ungeimpfte Kinder beim Ausbruch einer Krankheit vom Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung ausgeschlossen werden könnten.

Nach Ansicht der Linken übersteigt bei Impfungen grundsätzlich der Nutzen die Risiken. "Impfungen stellen jedoch medizinische Eingriffe dar, die auf Freiwilligkeit beruhen sollen", sagte Linken-Gesundheitsexpertin Kathrin Vogler.

(jd/may-/qua)
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