MAD besorgt: Gewaltaufruf gegen Bundeswehr-Soldaten
zuletzt aktualisiert: 17.07.2009 - 07:29Berlin (RPO). Mit anonymen Flugblättern, die zur Gewalt gegen Soldaten aufrufen, beschäftigt sich der Militärische Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr. Darin heißt es unter anderem: "Ab Oberstleutnant: Schienbein treten, Ohrfeige, Auto abfackeln."
Der MAD ist laut "Bild"-Zeitung besorgt über den jüngsten Aufruf, gewaltsam gegen Soldaten vorzugehen. Das Blatt beruft sich auf einen vertraulichen Bericht des Dienstes. Darin heißt es, alle bisherigen Aufrufe hätten sich bislang auf Gewalt gegen Sachen beschränkt. Mit dem jetzigen Flugblatt werde eine neue Qualität erreicht, da nun auch der einzelne Soldat als Feind bezeichnet werde.
Der MAD weist darauf hin, dass das Flugblatt "nur wenige Wochen vor dem am Reichstag in Berlin geplanten öffentlichen Gelöbnis verbreitet" wurde. Darin werden konkrete Hinweise gegeben, mit welchen Maßnahmen gegen welche Dienstgradgruppen vorgegangen werden soll ("Ab Oberstleutnant: Schienbein treten, Ohrfeige, Auto abfackeln. General: Nicht zögern. Reinhauen. Und zwar richtig.")
Der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands, Wolfgang Schmelzer, sagte der Zeitung: "Unsere Soldaten verteidigen Recht und Freiheit des deutschen Volkes, wenn es sein muss, auch in Afghanistan. Sie haben Anspruch auf den Schutz der ganzen Gesellschaft vor solchen kriminellen Aufrufen."
Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, sagte dem Blatt: "Mit so etwas entlarven sich diese Leute als Gewalttäter, die Recht und Demokratie mit Füßen treten. Die Bundeswehr kann das nicht von ihrem Auftrag abbringen. Wir wissen Parlament und Bevölkerung hinter uns."
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