Schlagzeugeinsatz: Gewalteskalation bei Demonstrationen in Essen
zuletzt aktualisiert: 16.04.2005 - 16:15Essen (rpo). Rechtsextremistische Veranstaltungen und linke Gegendemonstrationen haben Essen und Stolberg bei Aachen in Atem gehalten. In Essen kam es am Rande des Aufzugs von 300 Rechten und 1.200 Linken zu teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und Polizisten mit mehreren Verletzten.
In Stolberg verliefen die Umzüge von rund 260 Gegendemonstranten laut Polizei absolut friedlich. Zu einer geschlossenen Feier zum 40-jährigen Bestehen der NPD kamen nach diesen Angaben knapp 200 Teilnehmer.
Am Nachmittag dauerte in Essen der Aufzug der Rechtsextremisten noch an. Größere Gruppen von Gegendemonstranten versuchten laut Polizei immer wieder zu den Rechten durchzudringen, und die Beamten versuchten, das zu verhindern. Bei solchen Versuchen kam es durch Schlagstock- und Reizgaseinsatz auch zu den Verletzungen der Demonstranten und des Polizisten, wie Polizeisprecherin Ingrid Laun-Keller sagte.
Der Aufzug der Rechtsextremisten in der Ruhrgebietsstaat war bereits im Februar angemeldet worden. Bei der Gegendemonstration des Bündnisses gegen Rechts waren zunächst 2.000 Teilnehmer erwartet worden. Zu einer erst in der vergangenen Woche angemeldeten weiteren Gegendemonstration kamen laut Polizei bis zum Mittag 300 Teilnehmer, die sich mit der anderen Gegendemonstration zusammentaten.
In Stolberg dauerte am Nachmittag sowohl die Veranstaltung der NPD als auch eine öffentliche Ratssitzung zum Thema Bündnis gegen Rechts an, an der rund 300 Menschen, darunter viele Gegendemonstranten im völlig überfüllten Ratssaal teilnahmen, wie Polizeisprecher Paul Kemen erklärte. In Stolberg sitzen laut Polizei zwei NPD- und ein DVU-Abgeordneter im Stadtrat.
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