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Polit-Streit in Goslar: Gleichstellungsbeauftragte setzte sich zu sehr für Männer ein

zuletzt aktualisiert: 18.05.2011 - 11:26

Goslar (RPO). Nach der Abwahl des Oberbürgermeisters hat in Goslar ein weiteres SPD-Mitglied in der Stadt sein Amt verloren. Die Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling ist von der Mehrheit des Stadtrates abberufen worden, weil sie sich zu stark für Männer einsetzte.

Monika Ebeling, ehemalige Gleichstellungsbeauftragte (SPD) in Goslar.  Foto: dapd, dapd
Monika Ebeling, ehemalige Gleichstellungsbeauftragte (SPD) in Goslar. Foto: dapd, dapd

Der Antrag auf die Abberufung der 51-jährihen Solzialpädagogin stammte von der Linksfraktion. 25 Ratsmitglieder stimmten für die Abberufung, zehn waren dagegen und drei enthielten sich. Ihr wird vorgeworfen, sich zu stark für die Gleichstellung von Männern einzusetzen.

Bürgermeisterin Renate Lucksch (SPD) wies darauf hin, dass Ebeling "der Fokus verrutscht" sei. "Es geht bei der Kritik nicht darum, dass sie schlechte Arbeit leistet, sondern darum, dass sie sich ausschließlich um Männerthemen kümmert", sagte Lucksch.

Monika Ebeling ist studierte Sozialpädagogin, arbeitet seit 2008 als Gleichstellungsbeauftragte in Goslar und leitet zusätzlich einen Kindergarten. Sie ist nach eigenen Angaben Initiatorin des bundesweit ersten Telefon-Notrufes für Männer und setzt sich dafür ein, Gleichstellung als Thema für Männer und Frauen gleichermaßen zu begreifen.

Nach eigener Darstellung wendet sie sich gegen "das einseitige Täter-Opfer-Schema" und verweigerte deshalb ihre Mitarbeit an einer Wanderausstellung des Landeskriminalamtes mit dem Titel "Gegen Gewalt in Paarbeziehungen". Auch eine Brötchentütenaktion als Teil einer Kinderschutzwoche lehnte sie ab, weil auf der Tüte der Slogan "Gewalt gegen Kinder und Frauen kommt nicht in die Tüte" gedruckt war, der Ebeling zu einseitig war. Mit ihrer Philosophie handelte sie sich schließlich fraktionsübergreifende Kritik im Stadtrat ein.

 

Quelle: apd/top

 
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