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Nach Drohung gegen Polizisten: Glos entschuldigt sich für "unwirsches Auftreten"

zuletzt aktualisiert: 05.02.2009 - 15:23

Berlin (RP). Bei einer Auseinandersetzung zwischen dem Fahrer von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und einem Berliner Polizisten ist der Beamte am Dienstag leicht verletzt worden. Jetzt hat sich der Minister in einem Schreiben entschuldigt.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat die Erwartungen zurückgeschraubt.  Foto: AP, AP
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat die Erwartungen zurückgeschraubt. Foto: AP, AP

Ministeriumssprecher Moritz hatte am Mittwoch ein Schreiben des Ministers an den Polizisten bestätigt. Glos drückt darin sein Bedauern aus über den Vorfall aus. Das Schreiben liegt unserer Redaktion im Wortlaut vor, darin heißt es:

„Unser gestriges Zusammentreffen an der Zufahrtskontrolle zum Empfang des kasachischen Staatspräsidenten Nasarbayev stand leider unter keinem guten Stern. Sie hatten Ihre Anweisungen, die Sie auftragsgemäß befolgt haben. Ich wiederum war in Eile, denn meine Aufgabe war es, Präsident Nasarbajew in Stellvertretung der Bundeskanzlerin zu empfangen. Insofern war für mich Ihre Weigerung, uns passieren zu lassen, in diesem Moment nur schwer verständlich. Falls ich unwirsch reagiert haben sollte, bedauere ich dies.

Mein Ärger ist inzwischen verraucht. Ich hoffe, auch Sie tragen mir die unglückliche Situation von gestern Vormittag nicht nach."

Vorfall schlägt Wellen

Der Beamte wurde nach dem Vorfall am Dienstag ambulant im Krankenhaus behandelt und war auch zwei Tage später nicht dienstfähig, wie Polizeisprecher Bernhard Schodrowski am Donnerstag der AP sagte. Vor dem Zwischenfall habe es einen Wortwechsel gegeben, an dem auch der CSU-Politiker beteiligt gewesen sei.

Die "Berliner Morgenpost" berichtete, Glos habe den kasachischen Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajew empfangen wollen, sein Wagen sei aber an einer Absperrung in der Charlottenstraße in Mitte von dem Beamten nicht durchgelassen worden. Im Zuge der Auseinandersetzung sei der Dienstwagen schließlich über den Fuß des Beamten gefahren. Das Opfer gab dem Bericht zufolge zu Protokoll, der Politiker habe ihm mit dem Ende seiner Karriere gedroht. Über den Inhalt des Wortwechsels gibt es jedoch laut Schodrowski "unterschiedliche Darstellungen".

"Sie sind nichts Besonderes"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin erklärte: "Bestätigen sich die Vorwürfe, dass der Polizeibeamte absichtlich angefahren wurde, sind Bundeswirtschaftsminister Glos und sein Kraftfahrer nicht mehr tragbar." Der Landesbezirksvorsitzende Eberhard Schönberg erklärte: "Derartige Entgleisungen von Politikern und ihrer Kraftfahrer sind nicht hinnehmbar. Für sie gelten dieselben Gesetze wie für alle Menschen in unserem Land. Sie sind nichts Besonderes, wenn sie das auch glauben." Der Vorgang müsse schonungslos, ohne Ansehen der Person, aufgeklärt werden.


 
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