Finanzkrise: Glos kritisiert Merkel und CDU
zuletzt aktualisiert: 19.11.2008 - 08:27Berlin (RPO). Michael Glos hat deutliche Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel und der CDU geübt. Sie habe bei der Lösung der Finanzkrise "den öffentlichen Einsatz des Wirtschaftsministeriums wenig gefordert", sagte er.
Glos verteidigte sich damit gegen Vorwürfe, er sei zu Anfang der Krise abgetaucht. Glos sagte der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) laut einem Vorabbericht: "In einem Orchester bestimmt derjenige vorn am Pult die Einsätze. Und die Dirigentin der Regierung hat bei der Lösung der Bankenkrise den öffentlichen Einsatz des Wirtschaftsministeriums wenig gefordert."
Zugleich stellte sich der Minister gegen Kanzlerin und Finanzminister, die beide Steuersenkungen ablehnen, weil die Bürger in der Krise das Geld eher sparen und nicht ausgeben würden.
Glos sagte der Zeitung: "Dieses Misstrauen gegen den mündigen Bürger kann ich nicht verstehen. Und selbst wenn von jedem Euro, den man zusätzlich bekommt, 10 Cent gespart werden, bleiben immer noch 90 Cent für den Konsum."
Zugleich beklagte der Minister, dass die CDU den Wünschen der Schwesterpartei CSU nicht ausreichend entgegen gekommen sei. Glos: "Wir erwarten in Zukunft mehr Verständnis." Als Beispiel nannte er die Erbschaftssteuer und erklärte: "Ohne die CSU wären die CDU und Kanzlerin viel früher vor den SPD-Umverteilungswünschen eingeknickt."
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