kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Gaskrise: Glos setzt sich für längere Atomlaufzeit und Kohlekraftwerke ein

zuletzt aktualisiert: 20.01.2009 - 12:09

Berlin (RPO). Wirtschaftsminister Michael Glos will Konsequenzen aus der Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine ziehen. Er fordert, die deutschen Atomkraftwerke länger laufen zu lassen und neue Kohlekraftwerke zu bauen. Die Ausrichtung auf neue Gaskraftwerke mache ihm Sorgen, weil höhere Preise für die Verbraucher zu erwarten seien, sagte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin.

Minister Glos rechnet mit drei Prozent Minus in der Wirtschaft.  Foto: AP, AP
Minister Glos rechnet mit drei Prozent Minus in der Wirtschaft. Foto: AP, AP

Er begrüßte die angekündigte Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen über das Gebiet der Ukraine. "Gleichwohl dürfen wir nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen", sagte der Minister. Er formulierte eine "strategische Antwort auf die Gaskrise" in fünf Thesen.

Dazu zählte er die von ihm stets geforderte längere Laufzeit für deutsche Atomkraftwerke. Die Frage, ob und wann eine neue Bundesregierung nach der Wahl im September den Atomausstieg rückgängig machen würde, beantwortete er jedoch nicht konkret. Es wäre schwierig, einen solchen Schritt mit nur einer Stimme Mehrheit im Parlament durchzusetzen. Nötig sei vielmehr mehr Akzeptanz in der Bevölkerung, meinte Glos.

"Die Zeche zahlt der Verbraucher"

Der Minister verteidigte seinen Einsatz, neue Kohlekraftwerke im Emissionshandel besserzustellen. Solche Kraftwerke seien unverzichtbar. Die heimische Braunkohle könne die Energieversorgung noch über Jahrzehnte sichern. Sie gilt allerdings als besonders klimaschädlich. Glos verwies auf die geplante CCS-Technik, mit der das Klimagas Kohlendioxid abgeschieden und gespeichert werden soll.

Er verlangte die schnelle Verabschiedung eines CCS-Gesetzes, das die rechtlichen Voraussetzungen schaffen soll. Ein Entwurf des Wirtschaftsministeriums dazu ist allerdings in der Regierung offenbar nicht zustimmungsfähig.

Die Abhängigkeit vom Erdgas dürfe man hingegen nicht weiter erhöhen, meinte Glos. Deshalb halte er es für sehr fraglich, ob Gas bei der anstehenden Erneuerung des Kraftwerksparks eine Rolle spielen werde. Er sehe es "mit Sorge", dass immer mehr Erdgaskraftwerke gebaut würden, teils auch ohne Kraft-Wärme-Kopplung. "Die Zeche zahlt der Verbraucher", warnte der Minister.

Nötig sei zudem eine breitere Streuung beim Gasbezug. Er warb für einen deutschen Flüssiggashafen und für die Nord-Stream-Pipeline. Auch zeigte er sich offen für eine südliche Pipeline durch die Türkei. Der türkischen Regierung warf er jedoch vor, eine "Erpressbarkeit" gegenüber der EU auszuspielen, weil sie im Gegenzug eine Aufnahme in die Europäische Union fordere.

Er warb auch für Energieeinsparung, gemeinsame Energiereserven der EU und eine Energieaußenpolitik auf EU-Ebene. Er schlug vor, die jetzt beim Gasstreit eingesetzten Beobachter dauerhaft als Task Force abrufbar zu halten.

Gemeinsamer Betrieb

Zum Wettbewerb auf den Energiemärkten - ein Dauerthema im Kampf gegen überhöhte Preise für Strom und Gas - sagte Glos, es gebe bereits Verbesserungen. Doch werde man auf "mittlere und längere Sicht nicht um einen gemeinsamen Betrieb der Netze herum kommen", sagte der CSU-Politiker. "Ich meine, wir können dies nicht auf die ganz lange Bank schieben".

Hintergrund sind Bestrebungen der Europäischen Union, Netze und Energieversorgung zu trennen, damit auch Wettbewerber zum Zuge kommen. Glos äußerte sich auf einer Konferenz des "Handelsblatts".

Quelle: AP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Präsident im Kriegsmodus

Warum Hollande Syrien mit Militär droht

Präsident im Kriegsmodus

Frankreichs neuer Präsident François Hollande droht Syrien mit einer Militärintervention - ... mehr 

Obama macht Romney zum Vampir

Schmutz-Wahlkampf in den USA

Obama macht Romney zum Vampir

In TV-Spots lässt Obama Romney als "Vampir-Kapitalist" beschimpfen. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Warum Hollande Syrien mit Militär droht

Präsident im Kriegsmodus

Schmutz-Wahlkampf in den USA

Obama macht Romney zum Vampir

Diskussion um Nichtraucherschutz

"Rauchen ist bei jungen Menschen out"

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

Familienministerin Schröder hält daran fest: Ab August 2013 soll der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung gelten. Am Mittwoch legte sie ein Zehn-Punkte-Programm vor. Mit seiner Hilfe sollen doch noch 160.000 Betreuungsplätze entstehen. "Fast ... mehr

 

Ministerin will auf Uni-Bewertung warten

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 
 

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

 

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

 

Ramsauers Vorschlag abgeblockt

Merkel erteilt Pkw-Maut klare Absage

Top-Services