kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Wegen steigender Spritpreise: Glos will volle Pendlerpauschale zurück

zuletzt aktualisiert: 11.05.2008 - 17:05

Berlin (RPO). Um Autofahrer zu entlasten, soll die volle Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer wieder eingeführt werden. Das fordert Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Dieser Schritt sei vor allem wegen steigender Spritpreise notwendig.

Glos sagte dem "Tagesspiegel", die Bundesregierung solle nicht auf die ausstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die gekürzte Pendlerpauschale warten. Die vorher nicht absehbare Entwicklung der Treibstoffpreise zwinge die Regierung, "jetzt aktiv zu werden und die Pendlerpauschale umgehend wieder einzuführen". Preiserhöhungen pünktlich zu Ferienzeiten seien ein Problem. Doch gebe es wenig Ansatzpunkte für das Bundeskartellamt zu intervenieren.

Glos sagte weiter, er habe "keinen Zweifel" daran, dass der Sprit derzeit viel zu teuer ist". Preiserhöhungen pünktlich zu Ferienzeiten wie jetzt zu Pfingsten seien ein Problem, das die Bundesregierung "im Visier behalten" wolle. Es gebe aber wenig Ansatzpunkte. Das Bundeskartellamt habe solche Preiserhöhungen "wieder und wieder" geprüft und bislang keinen Anlass gefunden, aus kartellrechtlichen Gründen zu intervenieren.

ADAC-Präsident Peter Meyer sprach sich dafür aus, eine Stufe der Ökosteuer zurückzunehmen. AvD-Sprecher Sven Janssen verwies darauf, dass der Staat wegen der hohen Benzinpreisen derzeit rund drei Milliarden Euro mehr Einnahmen aus der Mehrwertsteuer habe, da diese immer 19 Prozent vom Endpreis ausmacht. Dieses Geld müsse über eine flexible Senkung der Mineralölsteuer wieder zurückgegeben werden, was den Benzinpreis um fünf bis sechs Cent senken könne. Auch die Pendlerpauschale müsse wieder ab dem ersten Kilometer gelten.

Ohne Ökosteuer

Ähnlich äußerte sich auch der stellvertretende Unionsvorsitzende Hans-Peter Friedrich. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle erklärte, für zwei Drittel von jeder Tankstellenrechnung trage der Staat die Verantwortung. Neben der Ökosteuer gehöre die Kfz-Steuer abgeschafft; es reiche, wenn "allein der wirkliche Verbrauch" per Mineralölsteuer vom Fiskus angetastet werde.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erklärte, wer die Kfz-Steuer abschaffen und dafür die Mineralölsteuer erhöhen wolle, fördere nur den Tanktourismus ins Ausland. Forderungen, die Ökosteuer zu senken, bezeichnete der SPD-Politiker als verantwortungslose Propaganda zu Lasten der Rentner. Wer dies fordere, solle erklären, wie man dann eine bezahlbare Rentenversicherung sicherstellen wolle, in die die Ökosteuer zum größten Teil fließt.

Das Finanzministerium erklärte, ohne Ökosteuer wären die Rentenbeitragssätze circa 1,7 Prozent höher. Der Vorwurf, der Staat verdiene an den steigenden Spritpreisen kräftig mit, sei falsch. Zwar sei die Energiesteuer mit rund 40 Milliarden Euro jährlich die wichtigste Verbrauchsteuer. Ein hoher Preis rege aber dazu an, weniger Kraftstoff zu verbrauchen. "Wenn weniger verbraucht wird, sinken auch die Einnahmen des Staates aus der Energiesteuer", erklärte ein Ministeriumssprecher. Weder im Hinblick auf die Konjunktur, noch auf die Höhe der Steuereinnahmen habe der Staat ein Interesse an hohen Kraftstoffpreisen.

DIW für Extrasteuer auf Ölgewinne

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schlug die Einführung einer Extrasteuer auf Ölgewinne vor. Die Energieexpertin des Instituts, Claudia Kemfert, sagte, dies könne den Preisanstieg dämpfen. Zugleich regte sie an, mit einem Teil des Geldes finanzschwache Autofahrer zu entlasten.

Die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn forderte Maßnahmen gegen Finanzinvestoren, da mittlerweile bis zu 45 Prozent der Ölvorkaufsrechte von Spekulanten gehalten würden. Sprit an der Tankstelle koste deswegen 10 bis 20 Cent mehr.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befürchtet, dass der hohe Benzinpreis zunehmend zur Gefahr für die Konsumlust und damit für die Konjunktur werden könnte. "Vor allem Pendler können den hohen Benzinpreisen nicht ausweichen. Es ist daher zu befürchten, dass sie Anschaffungen aufschieben oder ganz aufgeben. Das kann Wachstum kosten", warnte GfK-Fachmann Rolf Bürkl.

Quelle: afp

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Nordkorea nennt sich selbst Atommacht

Neue Verfassung

Nordkorea nennt sich selbst Atommacht

Nordkorea bezeichnet sich in seiner neuen Verfassung selbst als Atommacht. mehr 

Altmaier sucht Konsens bei der Energiewende

Umweltminister präsentiert Arbeitsprogramm

Altmaier sucht Konsens bei der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will bei der Umsetzung der Energiewende keinen ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umweltminister präsentiert Arbeitsprogramm

Altmaier sucht Konsens bei der Energiewende

Förderungen im Zuge der Energiewende

Union will Millionenprogramm für Stromspeicher

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Umweltminister präsentiert Arbeitsprogramm

Altmaier sucht Konsens bei der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will bei der Umsetzung der Energiewende keinen Streit mit Ländern, Wirtschaft oder Umweltverbänden. mehr

 

Förderungen im Zuge der Energiewende

Union will Millionenprogramm für Stromspeicher

 

Interview mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler

"Union darf nichts mehr draufsatteln"

 

Rechts- und Linksextremismus

Schünemann für gemeinsames Abwehrzentrum

 

Machtkampf bei der Linken

Wagenknecht lässt Kipping den Vortritt

 
Top-Services