Drei Aktivisten verletzt: Greenpeace-Boote dringen in G-8-Sicherheitszone ein
zuletzt aktualisiert: 07.06.2007 - 14:28Kühlungsborn (RPO). Mit einer spektakulären Aktion sind zahlreiche Schlauchboote der Umweltorganisation Greenpeace in die Sicherheitszone um den G-8-Gipfel in Heiligendamm eingedrungen.
Mehrere Boote wurden vor der Ostseeküste von Polizeischiffen verfolgt und zum Stoppen gezwungen. Eine Greenpeace-Besatzung präsentierte ein Plakat mit der Aufschrift "G 8 - Act now" ("G-8 - handele jetzt").
Nach Angaben von Greenpeace-Sprecher Jörg Feddern gelang es zwei Aktivisten, an Land zu kommen. Insgesamt seien elf Boote mit 25 Mann Besatzung an der Aktion beteiligt gewesen, zahlreiche hätten die Sperrzone erreicht und seien von der Polizei aufgebracht worden.
Dabei seien drei Aktivisten verletzt worden, sie müssten ins Krankenhaus gebracht werden. Ein Polizeiboot habe ein Greenpeace-Boot regelrecht überfahren, sagte Fedder. Das Boot habe sich zu der Zeit deutlich außerhalb der Sicherheitszone befunden.
Der Polizei lagen dazu nach Auskunft von Sprecher Manfred Lütjann zunächst keine Erkenntnisse vor. Bestätigt wurde lediglich, dass mehrere Boote der Umweltorganisation in die Sperrzone eindrangen und von Polizeibooten gestoppt wurden.
Die festgenommenen Aktivisten würden derzeit polizeilich überprüft und es werde über weitere Maßnahmen entschieden, erklärte die Polizei.
Laut Greenpeace zielte die Aktion auf die Verhandlungen der G-8 über den Klimaschutz ab, die für die zweite Arbeitssitzung in Heiligendamm am Nachmittag vorgesehen waren. Da die Verhandlungen offenbar ins Stocken geraten seien, wollte Greenpeace den Gipfelteilnehmer möglichst persönlich eine Petition überreichen, in der verbindliche Maßnahmen gegen den Klimawandel gefordert würden, sagte Fedder.
Die Polizei hatte am Mittwoch außerhalb des Sperrgebietes von Heiligendamm ein Schiff der Umweltschutzorganisation Greenpeace aufgebracht und mehrere Schlauchboote fahruntüchtig gemacht. Außerdem beschlagnahmten die Polizisten einen Heißluftballon an Bord. Nach Angaben der Organisation blieb nur ein Schlauchboot an Bord der "Arctic Sunrise" fahrtüchtig.
Am Mittwoch war es rund 10.000 Demonstranten gelungen, in die Sicherheitszone neben den um Heiligendamm gezogenen zwölf Kilometer langen Zaun einzudringen. Mehrere hundert Demonstranten erreichten den Zaun direkt, obwohl Demonstrationen dort verboten sind. Die Blockaden dauerten teils noch am Donnerstag an.
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