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Kritik an seiner Partei
Gregor Gysi nennt Linke "saft- und kraftlos"

Porträt: Gregor Gysi – der Star der Linken
Porträt: Gregor Gysi – der Star der Linken FOTO: dpa, obe wst
Hannover. Der ehemalige Linken-Fraktionschef Gregor Gysi sieht den Zustand seiner Partei vor dem anstehenden Bundesparteitag kritisch. Er nennt die Linke "saft- und kraftlos".

"Wir sind im Osten nicht mehr die Protestpartei, eher im Westen. Das wäre gar nicht so schlimm. Aber man spricht uns auch die Gestaltungskraft ab, weil wir auf Bundesebene den Eindruck vermitteln, nicht in die Regierung zu wollen", sagte der Linken-Abgeordnete den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (Donnerstag). Die Linke sei "saft- und kraftlos".

Zudem fürchtet der 68-Jährige die Konkurrenz der AfD. "Es schockiert mich, dass auch Arme, Abgehängte und Arbeitnehmer die AfD wählen", so Gysi. Auch bei der Flüchtlingskrise habe seine Partei schlussendlich nicht vorausschauend genug reagiert. "Die Willkommenskultur war richtig. Aber wir hätten parallel dazu darum kämpfen müssen, dass den unteren Bevölkerungsgruppen Jobs angeboten werden. Und wir hätten kluge Vorschläge für die Integration machen müssen."

Der 5. Bundesparteitag der Linken findet am 28. und 29. Mai in Magdeburg statt. Im Mittelpunkt sollen die politisch-inhaltliche Vorbereitung des Bundestagswahlkampfes 2017 und Wahl des neuen Parteivorstandes stehen. Zudem könnte es auch eine Debatte über den Umgang der Partei mit Religionsfragen geben. Ein entsprechender Antrag wurde vom Landesverband Sachsen eingereicht.

(das/KNA)
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