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Bundesweit schon 13.000 Mitglieder
Großer Zustrom für die AfD in NRW

Eindrücke von der "Alternative für Deutschland"
Eindrücke von der "Alternative für Deutschland" FOTO: dpa, mac vfd
Düsseldorf. Die euroskeptische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat sich gut vier Monate vor der Bundestagswahl praktisch überall auf Landesbene aufgestellt. Nur in Bremen stehe die Gründung eines Landesverbands noch aus, sagte der NRW-Vorsitzende und Spitzenkandidat Alexander Dilger am Mittwoch in Düsseldorf.

Knapp einen Monat nach der offiziellen Gründung der Bundespartei verfügt die AfD nach eigenen Angaben bereits über mehr als 13.000 Mitglieder, davon 1700 in Nordrhein-Westfalen. Die Aufnahmeanträge würden sorgfältig und "restriktiv" geprüft, auch um sich niemandem aus dem rechten Rand an Bord zu holen. Frühere oder aktuelle Mitglieder von NPD oder DVU müssten definitiv draußen bleiben.

Nach Worten des Wirtschaftswissenschaftlers Dilger, der erst im März aus der FDP ausgetreten war, wäre theoretisch mit jeder Partei eine Zusammenarbeit denkbar, sofern diese die AfD-Kernforderung unterstütze: "Geordneter Rückzug" aus der Währungsunion. Bisher gab es aus allen Parteien nur scharfe Kritik an dieser Position. "Dieser Euro wird sowieso scheitern", meinte Dilger. Die Frage sei, ob man zuerst das Chaos abwarten oder lieber vorher an Alternativen arbeiten wolle. Seine Partei - Umfragen sehen sie aktuell bei drei Prozent - wolle aber keinen einseitigen Austritt Deutschlands und auch keinen Rauswurf von Griechenland aus der Eurozone. Die D-Mark sei eine "Option".

Die AfD wies die Darstellung zurück, Ein-Themen-Partei zu sein. Man werde sich auch für ein einfacheres Steuersystem einsetzen, für den Abbau von Subventionen und einen sorgfältigen Umgang mit Steuergeldern, sagte Landesschatzmeister Jörg Burger. In Politik und Wirtschaft müssten Missbrauch und Korruption stärker bekämpft werden.
Außerdem wollen die Neuen die direkte Demokratie stärken und bei wichtigen Entscheidungen wie dem Beitritt weiterer Länder zur EU das Volk befragen.

"Wir rechnen schon damit, in den Bundestag einzuziehen und hoffen auf ein zweistelliges Ergebnis", sagte der Landesparteichef. Obwohl der Wahlkampf noch nicht begonnen habe, sei der Zustrom enorm und drei Prozent Zustimmung schon ordentlich. Für die AfD seien besonders die Nichtwähler eine wichtige Zielgruppe.

Nach dem Aufbau der Strukturen in Bund und Ländern geht es nun laut Selbstdarstellung der AfD in weiter rasantem Tempo an die Gründung von Bezirks-, Stadt- und Kreisverbänden. In NRW hat Köln bereits den Anfang gemacht, es folgen Düsseldorf, Detmold, Münster und Arnsberg in den nächsten Tagen.

(lnw/felt)
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