Politbarometer: Grüne erreichen Rekordwerte
zuletzt aktualisiert: 27.08.2010 - 16:48Berlin (RPO). Die Grünen haben nach dem am Freitag veröffentlichten Politbarometer des ZDF in der Wählergunst einen neuen Rekordwert erreicht. So erlangt die Partei in der gegenwärtigen politischen Stimmung 17 Prozent und gewinnt damit zwei Punkte gegenüber der letzten Umfrage.
Bei der sogenannten Sonntagsfrage (Was würden Sie wählen, wenn an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre?) schnitten die Grünen mit 16 Prozent (plus 1) ab und erreichten damit laut ZDF ihren bisherigen Bestwert in einem Politbarometer.
Im Stimmungsbild nach der parlamentarischen Sommerpause erreichten die Unionsparteien 35 Prozent (plus 3) und der Koalitionspartner FDP unverändert vier Prozent. Die SPD muss ein Minus von 6 Punkten auf 30 Prozent hinnehmen. Die Linken stehen bei unverändert zehn Prozent.
Nach der Sonntagsfrage, in der laut ZDF "längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen eine etwas größere Rolle spielen", ereichen CDU/CSU unverändert 33 Prozent und die FDP erneut fünf Prozent. Die SPD kommt auf 31 Prozent (minus 1) und die Linke bleiben bei zehn Prozent.
Die Liste der zehn wichtigsten Politiker wird weiterhin von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg angeführt. Ihm folgen Frank-Walter Steinmeier, Ursula von der Leyen und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Erstmals in die Top Ten hat es die neue nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft geschafft. Schlusslichter des Politbarometers sind die FDP-Politiker Philipp Rösler und Guido Westerwelle.
59 Prozent der Befragten sind in der Umfrage aus dieser Woche der Meinung, dass Merkel in der Regierung zu wenig den Kurs vorgibt. Auch 44 Prozent der Unionsanhänger sind dieser Meinung. Mit 76 Prozent stößt die Rente mit 67 weiter auf breite Ablehnung.
Fast unverändert deutlich wird mit 76 Prozent die beschlossene stufenweise Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 abgelehnt. Diese Maßnahme wird in allen Parteianhängergruppen mehrheitlich abgelehnt. Bei der Frage, wie die Renten auf längere Sicht angesichts der demografischen Probleme finanziert werden sollen, will eine klare Mehrheit (55 Prozent) am liebsten die Zuschüsse aus Steuermitteln erhöhen. Für einen späteren Renteneintritt als bisher sprechen sich nur 12 Prozent aus, für höhere Beiträge 10 Prozent und für weniger Rente sogar nur 5 Prozent; 18 Prozent wissen dabei keine Antwort.
Beim Thema Atomenergie lehnen 56 Prozent der Befragten längere Laufzeiten ab. Nur 38 Prozent der insgesamt 1.211 Befragten äußeren Zustimmung. Eine Brennelemente-Steuer für die Betreiber der Atomkraftwerke halten 70 Prozent für richtig. 21 Prozent lehnen sie ab.
Die Forschungsgruppe Wahlen fragte bei der Erhebung auch nach dem Straßenfoto-Dienst Google Street View: 63 Prozent sagten, dass es sie nicht störe, wenn eine Aufnahme ihres Wohnhauses im Internet zu sehen wäre. 35 Prozent lehnten das allerdings ab.
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