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Verbot für großkalibrige Waffen: Grüne fordern Verschärfung des Waffengesetzes

zuletzt aktualisiert: 18.06.2010 - 13:52

Berlin (RPO). Grüne und Bürgerinitiativen haben gemeinsam ein Verbot für großkalibrige Waffen für Privatpersonen gefordert. Ein Jahr nach Verabschiedung des neuen Waffengesetzes sammelte das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden 100.000 Unterschriften für das Verbot.

"Das, was vor einem Jahr beschlossen wurde, reicht nicht", sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wieland am Freitag in Berlin. Die Grünen-Fraktion wollte am Nachmittag einen Antrag im Bundestag einbringen, nach dem großkalibrige Kurzwaffen und halbautomatische Waffen in privaten Händen verboten werden.

Das neue Waffengesetz war unter dem Eindruck des Amoklaufes im baden-württembergischen Winnenden entstanden, bei dem der Amokläufer Tim K. im März 2009 mit der Pistole seines Vaters 15 Menschen getötet hatte. Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden und die Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" hatten am Morgen rund 110.000 Unterschriften an Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) überreicht, um ihrer Forderung nach einem weitgehenden Verbot des privaten Besitzes von Faustfeuerwaffen und großkalibrigen Waffen Nachdruck zu verleihen.

"Das deutsche Waffengesetz begünstigt Amokläufe", sagte Roman Grafe, Sprecher der Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Die Gefahr weiterer Schulmassaker wie 2009 in Winnenden und 2002 in Erfurt sei unvermindert. Die Initiative setzt sich für ein generelles Verbot von scharfen Waffen in privaten Händen ein.

"Es gibt kein Menschenrecht auf Schießsport mit tödlichen Waffen", sagte Grafe und wies darauf hin, dass in Großbritannien der Privatbesitz von Faustfeuerwaffen ein Jahr nach dem Schulmassaker in Dublane 1996 verboten wurde. In Deutschland hingegen scheue die Regierung den Konflikt mit den rund zwei Millionen Sportschützen.

Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden hielte schon ein Verbot großkalibriger Waffen und von Revolvern und Pistolen in privaten Haushalten für ausreichend. Hardy Schober, Vater eines in Winnenden getöteten Mädchens, sagte: "Die Verfügbarkeit von Schusswaffen ist ein sehr hoher Risikofaktor." Die Waffen, die zumeist Männern gehörten, seien oft unzureichend gesichert und würden zusammen mit Munition aufbewahrt. Sportwaffen sollten in Sportstätten verwahrt werden. Teil des Grünen-Antrags ist ein Sofortantrag, dem zufolge Waffen und Munition nicht gemeinsam in Privatwohnungen aufbewahrt werden dürfen.

Quelle: AFP/jre

 
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