Arbeitnehmer-Beteiligung: Grüne loben Köhler
zuletzt aktualisiert: 30.12.2005 - 06:49Hannover (rpo). "Willkommen im Grünen-Programm" - mit diesen Worten reagierte Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn auf den Vorstoß von Bundespräsident Horst Köhler, Arbeitnehmer an den Gewinnen der Unternehmen zu beteiligen. Von Bundeskanzlerin Merkel ist Kuhn offenbar weniger begeistert, er stellte ihr ein schlechtes Zeugnis aus.
"Das ist seit vielen Jahren eine Grundforderung der Grünen", sagte Kuhn der in Hannover erscheinenden Tageszeitung "Neue Presse". Gleichzeitig stellte er sich hinter die Forderung nach höheren Tarifabschlüssen. Man müsse "Acht geben, dass die Leute genug Einkommen haben, um auch einkaufen zu können". Eine genaue Zahl nannte er nicht, dies sei Sache der Tarifparteien. "Aber dass die Leute mal mehr brauchen als den Inflationsausgleich, halte ich schon für logisch."
Kuhn stellt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach mehr als einem Monat im Amt ein schlechtes Zeugnis aus: "Ich beobachte, dass sie sich aus der Innenpolitik in die Außenpolitik geflüchtet hat - übrigens etwas, das Helmut Kohl erst nach zehn Jahren Amtszeit getan hat." Ihre guten außenpolitischen Auftritte seien zu Lasten der Innenpolitik gegangen. Der Grünen-Politiker betonte: "Zum Beispiel bei der europäischen Finanzeinigung war gar nicht geklärt, wer wie was bezahlt. Bei Kinderbetreuung und Elterngeld steht die Finanzierung nicht, der Haushalt gerät aus dem Ruder."
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