Bundestagswahl: Grüne setzen auf Künast als Spitzenkandidatin
zuletzt aktualisiert: 19.06.2005 - 18:59Berlin (rpo). Verbraucherministerin Renate Künast soll bei einer vorgezogenen Bundestagswahl die Berliner Grünen im Wahlkampf anführen. Sie wurde heute erwartungsgemäß auf Platz eins der Landesliste gewählt. Für Platz zwei nominierten die Berliner den früheren Justizsenator Wolfgang Wieland. Dieser setzte sich unter anderem gegen Marek Dutschke durch.
Für Künast stimmten 88,3 Prozent der Grünen. Auf Listenplatz drei kandidiert für die Grünen die derzeitige Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus Sibyll Klotz, die 85,4 Prozent der Stimmen erhielt. Auf Platz vier wurde der türkischstämmige Politiker Özcan Mutlu gewählt.
Mutlu setzte sich gegen den Bundestagsabgeordneten Werner Schulz durch, der sich bereits erfolglos um Platz zwei beworben hatte. Mutlu erhielt 348 Stimmen, Schulz 225. Schulz war schon beim Rennen um Platz zwei mit 169 Stimmen weit hinter Wieland geblieben, der 516 Stimmen erhielt. Chancenlos gegen Wieland war auch Marek Dutschke, der Sohn des verstorbenen einstigen Studentenführers Rudi Dutschke mit 104 Stimmen. Er hatte am Freitag Außenminister Joschka Fischer, der die Grünen auf Bundesebene in den Wahlkampf führt, scharf kritisiert und empfohlen, Fischer solle nach der Wahl bei den Grünen besser keine Rolle mehr spielen.
Die Grünen sind derzeit mit vier Abgeordneten aus Berlin im Bundestag vertreten. Sollten sie bei den im September erwarteten Neuwahlen ähnlich abschneiden wie 2002, dürfte es bei dieser Anzahl bleiben. Als relativ sicher gelten jedoch nur die ersten drei Plätze auf der Landesliste, da dem Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Christian Ströbele, gute Chancen eingeräumt werden, sein Direktmandat im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg zu verteidigen. Entsprechend kämen dann nur drei Listenkandidaten zum Zuge. Ströbele hatte auf eine Bewerbung um einen Platz auf der Landesliste verzichtet.
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