Lehrermangel: Grüne warnen vor Bildungsnotstand
zuletzt aktualisiert: 21.07.2009 - 15:15Berlin (RPO). Die Grünen machen sich ernsthafte Sorgen über die Bildung der Deutschen und warnen vor einem Notstand. Ihr Vorsitzender Cem Özdemir hat am Dienstag in Berlin als Reaktion auf die Prognose des Philologenverbands von 30.000 bis 40.000 fehlenden Lehrern im nächsten Schuljahr eine "Abkehr von der Kleinstaaterei" gefordert. Der Verband präzisierte seine Zahlen und forderte "ein Bündel von Notmaßnahmen".
Philologenverbands-Vorsitzender Heinz-Peter Meidinger erklärte, nach seinen Schätzungen werde sich die Bedarfslücke an fachlich und pädagogisch ausgebildeten Lehrern insbesondere in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) im kommenden Herbst auf mindestens 30.000 Lehrerstellen belaufen. "Dies heißt allerdings nicht, dass diese Stellen unbesetzt bleiben und Unterricht im Umfang von 30.000 Lehrerdeputaten ausfällt".
Die Schulleitungen suchten bei fehlender Zuweisung von Lehrern sich auf dem freien Arbeitsmarkt selbst Ersatzkräfte. Diese hätten aber oft keine fachliche oder pädagogische Ausbildung oder Nachqualifizierung.
Özdemir sagte, am Ende gehe es "nicht darum, ob es 40.000 oder 30.000 fehlende Lehrkräfte sein werden". Vielmehr müssten mehr Studierende - "auch und vor allem männliche" - für den Lehrerberuf gewonnen und Abbrecherzahlen gesenkt werden.
"Um die Lücken durch die enormen Pensionierungszahlen in den kommenden Monaten und Jahren zu schließen, muss die Kleinstaaterei im Bildungsbereich ihre Grenzen finden", sagte der Grünen-Vorsitzende.
Die Bundesländer müssten künftig auch über den eigenen Bedarf Lehrkräfte ausbilden. Ein weiteres Abwandern von Bewerbern in die Wirtschaft werde "nur durch eine konsequente Aufwertung des Lehrerberufs erreicht".
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