Scharfe Kritik an Kardinal: Grünen-Politiker Beck nennt Meisner "Hassprediger"
zuletzt aktualisiert: 27.10.2007 - 15:16Hamburg (RPO). Der Konflikt zwischen den Grünen und der katholischen Kirche ebbt nicht ab. Jetzt greift der Grünen-Abgeordnete Volker Beck den Kölner Kardinal Joachim Meisner an. Meisner sei ein "Hassprediger", sagt Beck. Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach sprach von einer "groben Beleidigung" und nahm den Kardinal in Schutz.
Beck reagierte auf eine Äußerung Meisners in einer Predigt im Schweizer Wallfahrtsort Einsiedeln. Dort hatte Meisner Anfang Oktober darauf gedrungen, nicht zu vergessen, dass Ehe und Familie göttliche Realitäten seien.
Mit Blick auf die zunehmend legalisierten eheähnlichen Gemeinschaften sagte der 73-Jährige: Die "sogenannten alternativen Modelle menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde".
Beck sagte dazu im Nachrichtenmagazin "Spiegel": "Kardinal Meisner betätigt sich einmal mehr als selbstgerechter Hassprediger, denn er spricht ganzen Gruppen von Menschen die Existenzberechtigung ab."
In der vergangenen Woche hatte sich Grünen-Chefin Claudia Roth einen verbalen Schlagabtausch mit dem Augsburger Bischof Walter Mixa geliefert.
Der stellvertretende Unionsvorsitzende Wolfgang Bosbach bezeichnete die Kritik des Grünen-Abgeordneten Beck an Kardinal Meisner als "grobe Beleidigung". Dem Kölner "Express" sagte Bosbach, dies sei in jeder Hinsicht eine indiskutable Kritik und eine grobe Beleidigung, die weder im Ton noch inhaltlich etwas mit einer sachlichen Auseinandersetzung zu tun habe.
"Herr Beck, der für Toleranz mit Schwulen und Lesben wirbt, tut sich damit selbst keinen Gefallen", sagte Bosbach. "Wir haben in öffentlichen Auseinandersetzungen schon zu oft ein Niveau erreicht, das nicht mehr hinnehmbar ist, weil nur noch unter die Gürtellinie gezielt wird", sagte Bosbach dem Blatt.
Dies gelte auch für die Kritik von Grünen-Chefin Claudia Roth an dem Augsburger Bischof Walter Mixa. Der Kölner FDP-Bundestagsabgeordnete Werner Hoyer sagte, wie Beck habe auch er viel an Meisner zu kritisieren. Den Kardinal jedoch in die Nähe von Terroristen und Selbstmordattentätern zu rücken, sei schlicht unanständig.
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