Verteidigungsminister: Guttenberg: Auch ohne Wehrpflicht keine Unterschicht-Armee
zuletzt aktualisiert: 28.06.2010 - 10:22So etwas zu behaupten sei "eine Beleidigung all jener Soldatinnen und Soldaten, die sich bereits jetzt für den Beruf entschieden haben und Soldaten auf Zeit sind", sagte Guttenberg dem "Kölner Stadt-Anzeiger" . "70 Prozent unserer Mannschaften und Unteroffiziere haben die mittlere Reife und über zwei Drittel einen qualifizierten Berufsabschluss."
Der CSU-Politiker verteidigte seinen Vorstoß zur Aussetzung der Wehrpflicht. "Es war notwendig, eine Diskussion anzustoßen, um die wir uns jahrelang gedrückt haben", sagte er. "Die Bundeswehr bedarf dringend einer Strukturreform. Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Zukunft der Streitkräfte zu gestalten oder die Bundeswehr langsam zu Grabe zu tragen." Deutschland brauche in Zukunft eine kleinere, flexiblere, professionellere, aber auch besser ausgestattete Armee. Die Entscheidung über die künftige Bundeswehr-Struktur werde im Spätherbst fallen.
Guttenberg trat auch ist dem Eindruck entgegen getreten, die Bundeswehr habe einen besonders ostdeutschen Charakter. "Die blödsinnige Debatte ist hoch gekommen, als die Division aus Leipzig die tragende Division im Afghanistan-Einsatz war", sagte er der Online-Ausgabe der "Mitteldeutschen Zeitung". "Jetzt ist es eine süddeutsche Division, in der man eine ganz andere Zusammensetzung hat."
Der CSU-Politiker widersprach auch der Behauptung, die Bundeswehr agiere zunehmend abgekoppelt von der Gesellschaft, etwa beim Afghanistan-Einsatz. "Ich stelle fest, dass die Gesellschaft mehr und mehr Anteil nimmt, auch an den Auslandseinsätzen und den Befindlichkeiten unserer Soldaten. Allerdings ist hier noch ein Stück des Weges zu gehen. Dafür wiederum müssen wir die Realitäten der Auslandseinsätze klarer beschreiben. Die heutigen Zeit- und Berufssoldaten als abgekoppelt von der Gesellschaft zu bezeichnen, ist nachgerade absurd."
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