Bundesverteidigungsminister: Guttenberg dementiert Kanzler-Ambitionen
zuletzt aktualisiert: 14.10.2010 - 21:29Mainz (RPO). Mehrere Medienberichte hatten in den vergangenen Tagen verlauten lassen, dass es in der CDU Überlegungen gebe, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in den Kanzlersessel zu heben. Guttenberg hat diese angeblichen Ambitionen auf eine mögliche Kanzlerschaft nun energisch in einem Interview bestritten.
"Ich weise immer wieder darauf hin, dass ich mich gerade mal anderthalb Jahre in der ersten oder zweiten Reihe, vielleicht sogar eher in der dritten Reihe der Politik befinde, und da wäre es völlig anmaßend über Dinge nachzudenken, über die manche in bizarren Gedankenwelten gerade nachdenken", sagte Guttenberg am Donnerstag im ZDF-"heute-journal".
Er konzentriere sich einzig auf sein Amt als Verteidigungsminister und die Bundeswehrreform. "Diese umzusetzen erwarten die Soldaten von mir", sagte zu Guttenberg. "Das ist eine riesige Aufgabe und die habe ich anzunehmen und die gehe ich mit ganzem Herzen und Freude an."
Mehrere Zeitungen hatten berichtet, in der Union gebe es Überlegungen, Guttenberg könne Bundeskanzler werden, falls die CDU im kommenden Frühjahr die Landtagswahl in Baden-Württemberg verliert. Außerdem wird Guttenberg wegen seiner großen Popularität bereits seit einiger Zeit in der CSU als möglicher Nachfolger von Seehofer gehandelt.
Seehofer will CSU-Chef bleiben
CSU-Chef Horst Seehofer will im Herbst nächsten Jahres erneut für den Parteivorsitz kandidieren. Seehofer wies am Donnerstag Spekulationen zurück, dass er für zu Guttenberg Platz machen könnte. Er werde vielmehr 2011 "natürlich" erneut antreten. Der bayerische Ministerpräsident sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Mir machen beide Ämter größte Freude."
Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung geschrieben, Seehofer sei im Falle eines anhaltenden Umfragetiefs zu einem Verzicht auf den Parteivorsitz zugunsten von Guttenberg bereit. Der CSU-Chef habe dem Verteidigungsminister "bereits signalisiert, er könne in einem Jahr den Parteivorsitz übernehmen - wenn die CSU-Umfragewerte nicht aus dem Keller kommen". Eine Quelle nannte die Zeitung nicht.
Seehofer sagte zu dem Bericht: "Das ist totaler Quatsch." Er warnte zugleich vor Personaldebatten. Die CSU habe sich nach einer schwierigen Zeit stabilisiert. Seehofer mahnte: "Es wäre nicht klug, jetzt erneut mit Irritationen durch die Gegend zu laufen."
Bei der Bundestagswahl im September vergangenen Jahres hatte die Partei in Bayern nur ein Ergebnis von 42,5 Prozent erzielt. Seehofer sagte anschließend, er sei als Ministerpräsident für fünf Jahre und als Partei-Chef für zwei Jahre gewählt: "Ich bin da und werde diese Verantwortung wahrnehmen."
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