Laut Seehofer: Guttenberg lässt Comeback platzen
zuletzt aktualisiert: 20.01.2012 - 10:18München (RPO). Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hegt laut CSU-Chef Horst Seehofer keine Pläne für ein politisches Comeback bei der Bundestagswahl. Das habe ihm Guttenberg in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, sagte Seehofer am Freitag in München.
Guttenberg habe ihm in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, bei der Bundestagswahl 2013 kein Mandat anzustreben, sagte Seehofer in München vor Journalisten. Zuletzt hatte es von der CSU-Spitze - insbesondere Seehofer - verstärkte Bemühungen gegeben, den 40-Jährigen zu einem baldigen Comeback zu überreden.
Die jüngsten Spekulationen über ein Comeback hatte Anfang Januar ein Bericht des „Spiegel“ hervorgerufen. Demnach hatte Guttenberg sich offen für Gespräche über sein Mitwirken in der CSU gezeigt. Auf die Aufforderung des CSU-Kreisvorsitzenden von Lichtenfels, Christian Meißner, innerhalb der nächsten vier bis fünf Wochen mit ihm und dem Kulmbacher CSU-Chef Henry Schramm ein Gespräch zu führen, soll Guttenberg per SMS geantwortet haben: „Machen wir.“ Konkret sollte offenbar eine Bundestagskandidatur in seinem derzeit verwaisten Wahlkreis in Oberfranken erörtert werden.
Parteichef Horst Seehofer hatte bei seinen Sympathiebkundungen für den gefallenen Polit-Star allerdings klar gemacht, dass er auf einen Guttenberg setzt, der bereit ist zum Teamspiel. Es liege an ihm, „sich in unsere erstklassige Mannschaft einzureihen“, sagte Seehofer.
Ein politisches Comeback Guttenbergs schien auch aus anderem Grund bevorzustehen. Dafür gab es mehrere Anzeichen. Nach sechsmonatiger Abstinenz von der deutschen Medienöffentlichkeit hatte er sich mit einem Paukenschlag zurückgemeldet: In dem Interview-Buch „Vorerst gescheitert“ machte er seine eigene Partei mies.
Die CSU habe „Spinnenweben“ angesetzt, sagte er. Das Buch hinterließ den Eindruck von Uneinsichtigkeit und Rechtfertigung. Die Partei reagierte zunächst verärgert. Guttenberg schlage „Wunden, die so schnell nicht verheilen“, erklärte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.
Zu Guttenberg drängte zudem nach neuen Aufgaben. Zuletzt hatte er sich der EU-Kommission als Internet-Berater angedient. Vor dem Hintergrund, dass die abgeschriebenen Stellen in seiner Doktorarbeit vor allem durch Plagiatsjäger im Internet entdeckt wurden, zog zu Guttenberg damit auch Spott auf sich.
In der deutschen Öffentlichkeit ist zu Guttenbergs Ansehen nach wie vor beschädigt. Dennoch galt „KT“, wie er auf dem Höhepunkt seiner Popularität allerorten genannt wurde, in seiner Partei als Zugpferd für Wähler, die Seehofer nicht erreichen kann.
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