Ab 2010 wieder Wachstum: Guttenberg sieht Licht am Ende des Tunnels
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 04.07.2009 - 12:13Düsseldorf (RP). Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sieht Licht am Ende des Krisen-Tunnels. Im kommenden Jahr werde es wieder ein leichtes Wachstum von 0,5 Prozent geben, sagte er in einem Gespräch mit unserer Redaktion.
Für dieses Jahr rechnet der CSU-Politiker mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums um sechs Prozent. Allerdings werde im nächsten Jahr die Arbeitslosigkeit deutlich zunehmen. Guttenberg rechnet mit etwa 4,6 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt. Damit werde aber der Höchststand erreicht sein, sagte er unserer Redaktion.
Auf einer CDU-Veranstaltung in Düsseldorf hatte er zuvor den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) scharf angegriffen. Es sei verwunderlich, dass jemand, der einmal höchste Verantwortung getragen habe, "sich heute offensichtlich schwer tut der Öffentlichkeit zu sagen, für welches Land er heute tätig ist".
Dies sei nicht nur eine Frage des Stils, sagte Guttenberg, ohne Schröder beim Namen zu nennen. Er spielte damit auf dessen berufliches Engagement beim russischen Energiekonzern Gazprom an. Dazu, dass Schröder ihn nur "den Baron aus Bayern" nenne, meinte Guttenberg, Schröder könne sich offenbar seinen Namen nicht merken - "der ist ja auch ein bisschen lang".
Wenn Schröder ihm jedoch ein "kaltes Herz" vorwerfe, so treffe ihn das nicht, sagte der Minister. Vielmehr habe Schröder während seiner Kanzlerschaft - beispielsweise beim Bauunternehmen Holzmann - "unreflektierte Heilsversprechen" abgegeben und Hoffnungen geweckt, die nur bis zum Wahltag gehalten hätten.
Wer so handle, habe ein kaltes Herz und nicht derjenige, der in diesen schweren Zeiten auf mögliche Optionen hinweist, zu denen auch das neue Insolvenzrecht gehöre. Insolvenz bedeute eben nicht automatisch Pleite, sondern berge auch die Chance einer notwendigen Umstrukturierung in sich.
Er habe deswegen keine Probleme damit, wenn ihn die politischen Gegner als "Insolvenz-Minister" verunglimpfen wollten.
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