Afghanistan: Guttenberg weist Kritik an Armee-Ausrüstung zurück
zuletzt aktualisiert: 11.04.2010 - 20:04Berlin (RPO). Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat Kritik an der Ausrüstung der Bundeswehr in Afghanistan zurückgewiesen. Weder Panzer noch Hubschrauber wären bei den Gefechten vom Karfreitag, bei denen drei Soldaten starben, eine Hilfe gewesen.
Nach dem Tod von drei deutschen Soldaten am Karfreitag habe es in den vergangenen Tagen "teilweise auch bemerkenswert irrationale Kritik" gegeben, sagte Guttenberg am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". So sei etwa der Leopardpanzer, "der an der ersten Brücke nach Kundus einbrechen würde", in Afghanistan "ein wenig hilfreicher Panzer".
Andere hätten gesagt, bei dem Gefecht am Karfreitag hätten Hubschrauber eingesetzt werden sollen. "Hätten wir Hubschrauber eingesetzt, wären nach heutigem Sachstand auch unsere Soldaten vor Ort gefährdet gewesen, weil sie in umittelbarem Feindkontakt waren", sagte der Verteidigungsminister.
Allerdings müsse die Ausrüstung der Bundeswehr in Afghanistan ständig optimiert und an die Gegebenheiten angepasst werden. Er werde in Berlin das an Ausrüstung fordern, "was meine Militärs mir sagen, was wir brauchen", sagte Guttenberg. "Und dafür müssen dann aber auch die Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden. Und wenn das offenbar jetzt gerne gemacht wird, bin ich umso lieber dazu bereit, das auch noch mit mehr Schubkraft zu versehen."
Bei den bislang schwersten Gefechten der Bundeswehr in Afghanistan waren am Karfreitag drei Soldaten getötet und acht weitere zum Teil schwer verletzt worden. Sei Beginn des Einsatzes vor acht Jahren kamen in Afghanistan 39 Bundeswehrsoldaten ums Leben.
Guttenberg wird zudem am Montag die genauen Ziele und Aufgaben der Kommission zur effizienteren Gestaltung der Bundeswehr vorstellen. Geleitet wird das Gremium vom Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, der als Oberst der Reserve auch Erfahrung bei der Bundeswehr mitbringt. Die Kommission soll bis Ende dieses Jahres Vorschläge machen, wie die Führungs- und Planungsstruktur der Bundeswehr effizienter gestaltet und Rüstungsprojekte wirtschaftlicher angegangen werden können. Auch die Informationsarbeit etwa beim Afghanistan-Einsatz könnte die Kommission beschäftigen. Berichten zufolge sollen ihr neben ranghohen Militärs auch Wirtschaftsvertreter angehören.
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