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zu Guttenberg Panorama Afghanistan
  Foto: dapd, dapd
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Truppenabzug aus Afghanistan: Guttenberg: Westerwelles Plan ist "ehrgeizig"

zuletzt aktualisiert: 21.12.2010 - 18:09

Köln/Berlin (RPO). Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) dämpft Hoffnungen auf einen raschen Truppenabzug aus Afghanistan bereits im kommenden Jahr. Man müsse einen Abzug "verantwortungsvoll gestalten" und "nicht Hals über Kopf einfach Afghanistan verlassen", sagte Guttenberg am Dienstag

 Foto: DDP
Foto: DDP

Bei einem Abzug der deutschen Truppen dürften nicht diejenigen gefährdet werden, die am Hindukusch bleiben müssen. Den von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) ins Spiel gebrachten Beginn des Abzugs nannte Guttenberg  in der ARD "ehrgeizig".

Auch die SPD hatte sich hinter Westerwelle gestellt und einen Beginn des Truppenabzugs 2011 gefordert. SPD-Parteichef Sigmar Gabriel bekräftigte am Dienstag diese Haltung. Diese sei Voraussetzung für eine Zustimmung seiner Partei im Bundestag zum neuen Bundeswehrmandat.

Guttenberg mahnte zur Zurückhaltung. "Ich kann für mich oder die Bundesregierung nicht verantworten, verbleibende Soldaten zu gefährden, bloß, weil man einer gewissen Sache nachkommen will, die man behauptet hat", sagte der CSU-Politiker zu Abzugsdaten. Denn jeder Ehrgeiz müsse sich an der Verantwortung messen lassen.

2010 war das tödlichste Jahr

Auch die FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff warnte vor falschen Erwartungen. "Ich will die Erwartungen nicht zu hoch hängen. Es wird erste Schritte geben, aber noch keinen umfassenden Abzug", sagte sie ebenfalls in der ARD. Es dürfe keine falschen Versprechungen an die Afghanen geben. "Die Afghanen werden sehr genau beobachten, ob wir dann weiterhin präsent sind, um für den Übergang auch für die Sicherheit mit zu sorgen", sagte Hoff.

2010 war bei weitem das tödlichste Jahr für die ausländischen Truppen in Afghanistan. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage der Internetseite icasualties.org starben seit Jahresbeginn 702 ausländische Soldaten am Hindukusch und damit so viele wie in keinem anderen Jahr seit ihrem Einmarsch Ende 2001.

Die Nato plant, ab Mitte kommenden Jahres mit dem Truppenabzug aus Afghanistan zu beginnen. Die Bundeswehr hatte der Auflistung zufolge acht Todesopfer in Afghanistan zu beklagen. Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr vor neun Jahren kamen am Hindukusch nach offiziellen Angaben insgesamt 45 deutsche Soldaten ums Leben, 27 von ihnen starben bei Gefechten und Anschlägen.

Quelle: apd/AFP/nbe

 
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