kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Karl-Theodor zu Guttenberg
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Gegenkonzept zur SPD: Guttenbergs Geheimplan

VON MICHAEL BRÖCKER UND MAXIMILIAN PLÜCK - zuletzt aktualisiert: 14.08.2009 - 21:29

Berlin (RP). Bürokratieabbau, Steuersenkungen für Unternehmen und Korrekturen der Steuergesetze der Koalition. Minister zu Guttenberg (CSU) präsentiert ein wirtschaftsnahes Gegenkonzept zum Deutschland-Plan der SPD.

Die SPD hatte nur darauf gewartet. Kaum hatte unsere Redaktion gestern Mittag die Details des „Industriepolitischen Gesamtkonzepts” von CSU-Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vermeldet, brandmarkte SPD-Arbeitsminister Olaf Scholz und Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin den populären CSU-Minister als „neoliberal”.

Liebling des Volkes 

Es ist Wahlkampf und der Liebling des Volks, der erst 37-jährige Bundeswirtschaftsminister, ist der Hauptgegner von Rot-Grün. Guttenbergs Sprecher Steffen Moritz versuchte gestern schnell die Debatte einzufangen und bezeichnete den Entwurf als veraltet und „obsolet”. Doch dafür ist das Werk, als Datum wird der 3. Juli 2009 genannt, zu umfassend und präzise. Guttenberg selbst hat es nach Informationen unserer Redaktion aus Regierungskreisen gelesen und lediglich in den Passagen zur ökologischen Ausrichtung der Industrie Nachbesserungen angemahnt. Seine beiden wichtigsten Beamten, die Staatssekretäre Homann und Otremba, haben es mit Fachleuten der Referate entworfen.

Keine Abstimmung mit der Kanzlerin

Mit Kanzlerin Angela Merkel ist es bisher nicht abgestimmt worden. In dem 52-seitigen Konzept präsentiert Guttenberg einen wirtschaftsliberalen Gegenentwurf zum eher staatskapitalistischen „Deutschland-Plan” von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Es gibt eine „klare Rollenverteilung zwischen Staat und Wirtschaft”, heißt es schon in der Einleitung des Guttenberg-Plans. Der Staat sei „Rahmensetzer”. „Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit für das Produzierende Gewerbe.“

Mindestlohn-Gesetze sollen korrigiert werden

In Anspielung auf die von der SPD in Aussicht gestellten vier Millionen neuen Arbeitsplätze bis 2020 betont der CSU-Minister: Es sei nicht Aufgabe des Staates, den Unternehmen die Zukunftsmärkte vorzugeben. Brisante Vorschläge enthält das Konzept. So will Guttenberg die von der großen Koalition beschlossenen Mindestlohn-Gesetze „im weiteren Verfahren” korrigieren. „Mindestlöhne schränken die notwendige Flexibilität ein, verteuern die Arbeit und gefährden so die Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in den betroffenen Unternehmen“, heißt es unmissverständlich.

„Erleichterungen“ im Arbeitsrecht

„Erleichterungen“ verspricht der CSU-Politiker auch bei den „strengen” Befristungsregeln im Arbeitsrecht. Die von den Gewerkschaften kritisierte Zeitarbeit lobt Guttenberg als „Brücke in reguläre Beschäftigung”. Allesamt Kernanliegen der Wirtschaftsverbände. Eine umfassende Senkung des Einkommensteuertarifs sei „mittelfristig unumgänglich”, heißt es unmissverständlich. Finanziert werden soll diese unter anderem durch den Abbau von „bestimmten Steuervergünstigungen bei der Umsatzsteuer und Einkommensteuer“.

Abschaffung der ermäßigten Mehrwertsteuersätze

Damit zielt Guttenberg deutlich auf die Abschaffung der ermäßigten Mehrwertsteuersätze. Mit einer entsprechenden Forderung hatte neulich erst Baden-Württembergs CDU-Ministerpräsident Günther Oettinger für Wirbel gesorgt und die Kanzlerin verärgert. Eine Reihe von Klimaauflagen für Betriebe sollen überdies gestrichen werden. Steuersätze für Industriestrom sowie für „leichtes Heizöl und Erdgas, das zum Heizen verwendet wird“ sollen auf EU-Mindestmaß zurückgeführt werden. Firmen, die dem EU-Emissionshandel unterliegen, sollen von den Energiesteuern befreit werden.

Unternehmenssteuerreform korrigieren

Die Unternehmenssteuerreform, ein zentrales Projekt der großen Koalition, will Guttenberg in Kernpunkten korrigieren. So soll die Hinzurechnung von Miet-, Pachtzinsen und Leasingraten bei der Gewerbesteuer abgeschafft werden und das Finanzministerium den Unternehmen bei der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Zinszahlungen („Zinsschranke”) deutlich entgegenkommen.

Dass die Analyse nicht bloß eine „Stoffsammlung” ist, wie Guttenbergs Sprecher betont, zeigt einer der letzten Sätze. „Nach Auffassung des Ministeriums”, heißt es da etwas sperrig, komme den aufgezeigten Handlungsnotwendigkeiten „besondere Bedeutung” zu.

Quelle: RP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen ... mehr 

Mubarak spottet über neue Politikergeneration

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak spottet über Politiker

Mit Hohn und Spott verfolgt Ex-Präsident Husni Mubarak die neue Generation ägyptischer Politiker. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak spottet über Politiker

Warum Hollande Syrien mit Militär droht

Präsident im Kriegsmodus

Schmutz-Wahlkampf in den USA

Obama macht Romney zum Vampir

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen. Seine zweifelnden Äußerungen über das Einstehen Deutschlands für Israel im Ernstfall sorgen für Aufregung. VON Birgit Marschall  mehr

 

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

 

Ministerin will auf Uni-Bewertung warten

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 
 

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

 

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Top-Services