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Hacker-Angriff auf Bundes-CDU
Verfassungsschutz warnt vor russischen Cyber-Attacken

Tipps: So schützen Sie sich vor Hacker-Angriffen
Tipps: So schützen Sie sich vor Hacker-Angriffen FOTO: ddp
Berlin. Hacker haben die CDU ins Visier genommen. Der Verfassungsschutz vermutet Moskau hinter dem Angriff. Und warnt: auch wichtige Infrastruktur wie Elektrizitäts- und Wasserwerke sind in Gefahr.

Der Verfassungsschutz hat angesichts jüngster Hacker-Attacken auf die Bundes-CDU und das Parlament vor verstärkten russischen Cyber-Attacken auf deutsche Ziele gewarnt. "Die Informationssicherheit deutscher Stellen in Regierung, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung ist permanent bedroht", sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, in Berlin. "Das gilt besonders für kritische Infrastrukturen" wie Kraft- oder Wasserwerke oder die Stromversorgung.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die CDU-Zentrale von Kanzlerin Angela Merkel Ziel eines vermutlich aus Russland gesteuerten Hacker-Angriffs geworden ist. Wie bei dem Angriff auf das Datennetz des Bundestags vor gut einem Jahr werden hinter der Attacke russische Hacker mit staatlichem Hintergrund vermutet. Das BfV hatte das Parlament 2015 auf den Angriff der Hacker-Gruppe hingewiesen, die unter den Bezeichnungen "Sofacy" und APT 28" bekannt ist.

Nach Erkenntnissen der Verfassungsschützer sind Cyber-Angriffe russischer Geheimdienste Teil mehrjähriger und international ausgerichteter Operationen, die auf eine umfassende strategische Informationsgewinnung zielen. Einige ließen sich über eine Zeitspanne von sieben bis elf Jahren zurückverfolgen. Eine der derzeit wohl aktivsten und aggressivsten Kampagnen sei die "Sofacy/APT28"-Attacke.
Das BfV sieht dabei Anhaltspunkte für eine russische staatliche Steuerung und beobachtet die Gruppe seit mehreren Jahren.

Die Operationen seien "in aller Regel auf Informationsbeschaffung, also Spionage, gerichtet", sagte Maaßen. "Inzwischen zeigen russische Nachrichtendienste aber auch die Bereitschaft zu Sabotage." Hier habe beispielsweise die Kampagne "Sandworm" neben Regierungsstellen auch Telekommunikationsunternehmen, Energieversorger sowie Hochschul- und Bildungseinrichtungen zum Ziel. "Der Cyberraum ist ein Ort hybrider Kriegsführung", warnte der BfV-Präsident. "Er eröffnet neue Operationsräume für Spionage und Sabotage."

(das/dpa)
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