Hessen: Hängepartie um Ypsilanti geht weiter
zuletzt aktualisiert: 07.11.2008 - 14:55Leipzig (RPO). Die politische Zukunft der hessischen SPD-Spitzenkandidatin ist weiterhin offen. In ersten Berichten wird spekuliert, Andrea Ypsilanti werde bei Neuwahlen Mitte Januar nicht gegen Roland Koch (CDU) antreten. Die Landespartei vertagte indes die Entscheidung über ihren Spitzenkandidaten. Am Samstag muss die umstrittene Politikerin vor dem Landesparteirat Rede und Antwort stehen.
Damit widersprach die SPD Berichten, wonach Ypsilanti bereits auf eine Spitzenkandidatur verzichtet habe. Dies hatte die "Leipziger Volkszeitung" am Freitag berichtet.
Für Samstag berief die SPD kurzfristig einen Landesparteirat in Frankfurt ein. Einziger Tagesordnungspunkt sei die aktuelle politische Situation und "der Bericht" der Landesvorsitzenden Ypsilanti.
In der Vorabmeldung der Zeitung hatte es geheißen, Ypsilantis Verzicht auf eine Spitzenkandidatur sei das Ergebnis ihrer internen Beratungen mit verschiedenen SPD-Spitzengremien im Land und im Bund. Die Politikerin wolle Parteichefin in Hessen bleiben, aber ihren Stellvertreter Manfred Schaub als Herausforderer von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) vorschlagen.
Laut einer Umfrage begrüßt eine Mehrheit der Deutschen das Scheitern von Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti beim Vorhaben, sich mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Dem ZDF-Politbarometer zufolge finden es 51 Prozent der Bürger gut, dass die Pläne Ypsilantis fehlschlugen. 26 Prozent gaben an, die Vorgänge um Ypsilanti seien ihnen egal, und lediglich 19 Prozent bedauerten das Scheitern der SPD-Politikerin.
Selbst unter den SPD-Anhängern begrüßten 40 Prozent das Scheitern Ypsilantis, 25 Prozent war es egal, und nur 26 Prozent hätten die SPD-Landeschefin lieber als Ministerpräsidentin an der Spitze einer rot-grünen Minderheitsregierung unter Tolerierung der Linken gesehen. Die nun bevorstehende Neuwahl in Hessen stieß auf Zustimmung bei 72 Prozent der bundesweit 1171 befragten Wahlberechtigten. Lediglich 20 Prozent fanden es besser, wenn die Parteien versuchen würden, ohne vorgezogene Neuwahlen auszukommen.
Ypsilanti war zu Wochenbeginn mit ihrem Vorhaben gescheitert, sich mit Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Vor der Landtagswahl hatte sich behauptet, nicht mit der Linkspartei zusammen arbeiten zu wollen.
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