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Kölner Flughafen: Haftbefehl gegen Terrorverdächtige

zuletzt aktualisiert: 27.09.2008 - 18:53

Frankfurt/Main (RPO). Die beiden auf dem Flughafen Köln/Bonn festgenommenen Terrorverdächtigen bleiben in Haft. Offenbar hatten die Männer "in naher Zukunft" einen Anschlag geplant.

Auf dem Kölner Flughafen hat die Polizei am Freitag zwei Terrorverdächtige verhaftet. Die Verdächtigen könnten schon in naher Zukunft aus der Haft entlassen werden?  Foto: ddp, ddp
Auf dem Kölner Flughafen hat die Polizei am Freitag zwei Terrorverdächtige verhaftet. Die Verdächtigen könnten schon in naher Zukunft aus der Haft entlassen werden? Foto: ddp, ddp

Gegen die Verdächtigen seien Haftbefehle erlassen worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn, Fred Apostel, am Samstag auf ddp-Anfrage. Es bestehe der Verdacht, dass die beiden Männer "in naher Zukunft" einen terroristischen Anschlag verüben wollten. Der Haftrichter hatte am Abend über den Antrag der Staatsanwaltschaft entschieden.

Die Vorwürfe lauteten auf Verabredung zu einem Verbrechen, sagte Apostel weiter. Ob die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich ziehen werde, sei bislang unklar. Dies werde die Karlsruher Behörde entscheiden, hieß es.

Keine Waffen gefunden

Zuvor hatten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) mitgeteilt, bei Durchsuchungen in den Wohnungen der Terrorverdächtigen seien keine "Waffen, Munition oder sonstige gefährliche Gegenstände" gefunden worden. Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 23-jährigen Somalier und einen in Mogadischu geborenen 24-jährigen Deutschen.

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hatte am Freitagmorgen in einer Maschine auf dem Flughafen Köln-Bonn die zwei mutmaßlichen Islamisten festgenommen.

Teil einer lange geplanten Operation

Die Festnahme war laut "Spiegel" Teil einer lange geplanten Operation des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Wie das Magazin am Samstag vorab berichtete, hatte das Bundesamt bereits seit Wochen eine Gruppe junger Fanatiker aus der Region Bonn im Visier.

Einige der offenbar zum Aufbruch in den "Heiligen Krieg" Entschlossenen haben ihre Wohnungen demnach bereits gekündigt oder sich von Freunden verabschiedet. Der geplante Flug der beiden mutmaßlichen Islamisten Omar D. und Abdirazak B. nach Entebbe in Uganda war offenbar Teil einer geplanten Ausreisewelle, hieß es. Einer vertraulichen Analyse des Verfassungsschutzes zufolge seien in den vergangenen Jahren 50 Extremisten aus Deutschland zu Aufenthalten in Ausbildungslagern von Terroristen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufgebrochen.

Zwischen Omar D. und Abdirazak B. sowie dem als Terrorverdächtigen gesuchten deutschen Konvertiten Eric Breininger existiert dem Bericht zufolge zumindest eine indirekte Verbindung. Alle drei kennen einen Bonner namens Mohammed B., der im Verdacht steht, junge Gotteskrieger-Rekruten nach Pakistan zu vermitteln.

Zusammenarbeit im Kampf gegen Terrorismus stärken

Mehrere EU-Länder und die USA wollen unterdessen ihre polizeiliche und geheimdienstliche Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus verstärken. Darauf verständigten sich die Innenminister von Deutschland, Polen, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien (G6) und den USA, wie Ressortchef Wolfgang Schäuble (CDU) am Samstag nach einem Treffen in Bonn mitteilte. Eine "enge internationale Kooperation gemeinsam mit den USA sei unabdingbar", um dem Schutz der Bürger gerecht zu werden, sagte Schäuble.

Neben Präventivmaßnahmen soll unter anderem die Gefahrenabwehr bei grenzüberschreitender Nutzung elektronischer Kommunikationssysteme verbessert werden. Erleichtert werden soll ferner das Instrument von Ausweisung und Abschiebung, um terroristische Gefahren einzudämmen.

Quelle: ap

 
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